G7-Gipfel: Trump zeigt Einigkeit, doch das Misstrauen bleibt
G7-Gipfel: Trump zeigt Einigkeit, doch Misstrauen bleibt

Évian-les-Bains – Die Stimmung zwischen Donald Trump und den G7-Partnern bleibt trotz demonstrativer Einigkeit brüchig. Beim Abschluss des Gipfels am Genfer See vermied Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) eine direkte Bewertung seines Verhältnisses zum US-Präsidenten. Auf die Frage, wie er die Beziehung nach dem Wiedersehen beschreiben würde, antwortete Merz betont technisch: Man habe „sehr offen“ und „sehr konstruktiv“ gesprochen. Es gebe „keinerlei Einschränkungen des persönlichen Miteinanders“. Die hölzerne Wortwahl ließ jedoch erkennen, dass die Spannungen der vergangenen Wochen noch nicht vollständig ausgeräumt sind.

Trumps Attacken auf Merz hinterlassen Spuren

Hintergrund der angespannten Atmosphäre sind Trumps heftige Kritik an Merz. Der US-Präsident hatte den Kanzler zuvor öffentlich attackiert, dieser mache einen „schrecklichen Job“ und solle sein „kaputtes Land“ in Ordnung bringen. Auslöser war Merz’ undiplomatische Äußerung zum Iran-Krieg, in der er die USA als „gedemütigt“ bezeichnet hatte. Ein Knacks im persönlichen Verhältnis ist daher unverkennbar.

Politische Einigung trotz persönlicher Differenzen

Trotz der persönlichen Animositäten fanden beide Politiker politisch zusammen. Die Themen Iran und Ukraine erwiesen sich als größer als ihr Zwist. Trump, der innenpolitisch geschwächt ist, benötigte ein klares Signal der westlichen Verbündeten. Insbesondere der Deal mit dem Iran und die Beendigung des dortigen Krieges waren ihm wichtig. Die G7-Kollegen lobten ihn öffentlich dafür – ein Signal, das Trump dringend brauchte.

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Im Gegenzug stimmte Trump überraschend der Gipfelerklärung zu, die neue Sanktionen gegen Russlands Öl- und Gassektor vorsieht. Auch die Lieferung weitreichender Waffen und Flugabwehrsysteme an die Ukraine wurde von ihm mitgetragen. Gastgeber Emmanuel Macron (48) sprach von einem „Moment des strategischen Erwachens“ und betonte die Einigkeit der G7, den Druck auf Moskau zu erhöhen, um Russland an den Verhandlungstisch zu bringen.

Sorge vor Trumps Unberechenbarkeit

Trotz der Erfolge bleibt in Regierungskreisen die Sorge, ob Trump seine Zusagen einhalten wird. Der Eklat nach dem G7-Gipfel 2018 im kanadischen La Malbaie ist unvergessen: Damals zog Trump auf dem Rückflug seine Zustimmung zur Abschlusserklärung zurück, nachdem er sich über Äußerungen des Gastgebers geärgert hatte. Ob der Gipfelfrieden dieses Mal länger hält, bleibt abzuwarten.

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