Japan plant, die Anlagestrategie seines staatlichen Pensionsfonds GPIF grundlegend zu ändern, um den heimischen Finanzmarkt zu stützen und den schwachen Yen zu stärken. Finanzministerin Satsuki Katayama kündigte am Freitag an, die Pensionsfonds zu „wesentlich größeren Investitionen in japanische Finanzanlagen“ zu bewegen. Die Ankündigung ließ den Yen sofort deutlich zulegen, während die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen den stärksten Rückgang seit einem Monat verzeichneten.
Der weltgrößte Pensionsfonds im Fokus
Im Zentrum der Ankündigung steht der Government Pension Investment Fund (GPIF), der mit einem Vermögen von 293,6 Billionen Yen (etwa 1,6 Billionen Euro) der größte Pensionsfonds der Welt ist. Jede Änderung seiner Anlagestrategie hat weitreichende Folgen für die globalen Finanzmärkte. Bislang investiert der GPIF sein Kapital zu je einem Viertel in heimische Aktien, ausländische Aktien, heimische Anleihen und ausländische Anleihen.
Hintergrund: Schwacher Yen und Marktinstabilität
Die Regierung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi sucht nach Wegen, die Stabilität der Märkte zu sichern. Der schwache Yen, der zuletzt ein 40-Jahres-Tief erreichte, verteuert die Importe und belastet die Wirtschaft. Gleichzeitig sind die Anleihemärkte wegen der hohen Staatsausgaben und nur zögerlicher Zinserhöhungen durch die Zentralbank nervös. Die Aussicht, dass Milliarden aus dem Ausland zurück nach Japan fließen könnten, sorgte an den Märkten umgehend für Auftrieb.
GPIF äußert sich zurückhaltend
Der Fonds selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Äußerungen der Ministerin ab. Ein Sprecher sagte, das Portfolio sei darauf ausgerichtet, die Anlageziele langfristig und mit dem geringstmöglichen Risiko zu erreichen. Bei der letzten großen Überprüfung im Jahr 2020 hatte der GPIF seinen Anteil an ausländischen Anleihen noch auf Kosten der heimischen Papiere erhöht. Eine Umkehr dieser Strategie wäre eine bedeutende Wende in der japanischen Finanzpolitik.
Auswirkungen auf die globalen Märkte
Die Ankündigung könnte weitreichende Folgen haben: Eine Umschichtung von Milliarden aus ausländischen in japanische Anlagen würde den Yen weiter stärken und die Renditen japanischer Staatsanleihen drücken. Gleichzeitig könnten globale Carry-Trades, bei denen Anleger in Niedrigzinswährungen wie dem Yen Kredite aufnehmen, um in höherverzinsliche Anlagen zu investieren, ins Wanken geraten. Experten beobachten die Entwicklung mit Spannung.



