Griechenland blockiert EU-Sanktionen gegen russisches LNG zum Schutz von Milliardenreederei
Griechenland blockiert EU-Sanktionen gegen russisches LNG

Die griechische Regierung hat ein neues EU-Sanktionspaket gegen Russland blockiert, um die Reederei Dynagas des Milliardärs George Prokopiou zu schützen. Wie die „Financial Times“ und das Portal Euractiv übereinstimmend berichten, legte der Athener Botschafter sein Veto gegen das geplante Verbot ein, russisches LNG zu transportieren. Zur Begründung hieß es, Dynagas würde dadurch „ruiniert“. Das Sanktionspaket soll eigentlich ein Verbot für europäische Firmen enthalten, am Export von russischem LNG mitzuwirken.

Dynagas besitzt ein Drittel der weltweiten Arc7-Tanker

Die Reederei Dynagas des griechischen Milliardärs George Prokopiou verfügt über insgesamt 27 LNG-Tanker, darunter sieben Arc7-Tanker. Laut FT sind das ein Drittel aller existierenden Schiffe dieses extrem robusten Typs, der speziell für den Transport von russischem LNG aus der Arktis konstruiert wurde. Dynagas und die griechische Regierung argumentieren, das geplante Sanktionspaket würde diese mehrere Hundert Millionen Euro teuren Schiffe für Dynagas nutzlos machen. Die Folge wäre vermutlich ein Verkauf an einen neuen Besitzer außerhalb der EU, der dann das russische Gas in Drittstaaten transportieren würde. Dies gefährde die Existenz von Dynagas und 2000 Arbeitsplätze in Griechenland, schade dem russischen Regime aber kaum, so die Argumentation.

Prokopious Vermögen wächst durch Russland-Geschäfte

Tatsächlich war die EU zuletzt Hauptabnehmer des russischen LNG aus der Arktis, was sich jedoch aufgrund bereits beschlossener Sanktionen bald ändern dürfte. Gaslieferungen per Schiff nach Europa bescherten Russland allein in den ersten Monaten dieses Jahres Einnahmen von fast sechs Milliarden Euro. Kurzfristige Gaskäufe aus Russland hat die EU bereits eingeschränkt, Lieferungen auf der Grundlage langfristiger Verträge sind ab Beginn kommenden Jahres verboten. Prokopious Vermögen ist laut einer Schätzung des Magazins „Forbes“ in den vergangenen beiden Jahren um rund zwei Milliarden auf 4,7 Milliarden Dollar angewachsen. Einen erheblichen Anteil daran dürften die Russland-Geschäfte des Reeders haben. Wie die FT berichtet, setzte Dynacom, eine Schwesterreederei von Dynagas, in den vergangenen drei Jahren mindestens 915 Millionen Dollar mit dem Transport von russischem Rohöl um. Ein Geschäft, das legal ist, solange der Preis für das transportierte Öl unterhalb des von den G7-Ländern und der EU verhängten Ölpreisdeckels liegt. Da viele westliche Reedereien sich inzwischen aus dem Russland-Geschäft zurückgezogen haben, sind die Frachtraten für solche Transporte und damit der Profit für Dynacom hoch.

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EU-Sanktionspaket auf kommende Woche vertagt

Bei ihrem Treffen am Mittwoch vertagten die Vertreter der EU-Staaten den Beschluss auf kommende Woche. Sollte es bis dahin keine Lösung für die Streitpunkte geben und Athen auf seinem Veto gegen das gesamte Paket bestehen, winken Russland sogar hohe zusätzliche Einnahmen. Denn ohne einen neuen Beschluss würde der Preisdeckel für russische Ölexporte steigen. Bislang ist diese Preisgrenze dynamisch, das heißt, sie wird regelmäßig gemäß der Entwicklung des Weltmarktpreises angepasst. Um zu verhindern, dass wegen des in den vergangenen Monaten stark gestiegenen Ölpreises der Preisdeckel und damit Russlands Exportgewinn steigt, soll die Preisgrenze auf dem aktuellen Stand von rund 38 Euro eingefroren werden. Dazu muss das Sanktionspaket einstimmig angenommen werden.

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