Ein mutmaßliches Mitglied der Terrororganisation Hamas ist fünf Wochen nach seiner Festnahme in Dänemark an Deutschland ausgeliefert worden. Am Donnerstag wurde der Haftbefehl gegen den Mann durch einen Richter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe in Vollzug gesetzt, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte. Der Mann mit dänischer Staatsbürgerschaft sitzt nun in Untersuchungshaft.
Vorwürfe der Bundesanwaltschaft
Die Bundesanwaltschaft hatte den Beschuldigten Ende Mai von dänischen Polizisten in der Nähe von Kopenhagen festnehmen lassen. Die Behörde wirft ihm Mitgliedschaft in einer ausländischen, terroristischen Vereinigung, die Vorbereitung einer schweren, staatsgefährdenden Gewalttat und Verstöße gegen das Waffengesetz vor. Nach Einschätzung der Ermittler sollten durch die mutmaßliche Waffenbeschaffung Anschläge der Hamas auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa vorbereitet werden.
Konkreter Anschlagsplan
Generalbundesanwalt Jens Rommel sagte beim Jahrespressegespräch seiner Behörde im Juni, die Ermittler gingen davon aus, dass die Gruppe bereits einen konkreten Anschlag in Europa verfolgte. Bei einem Beschuldigten sei ein vorgefertigtes Bekennervideo sichergestellt worden, in dem ein Anschlag um den zweiten Jahrestag des Überfalls der Hamas auf Israel angekündigt wurde. Die ersten drei Verdächtigen in diesem Komplex hatte die Bundesanwaltschaft am 1. Oktober 2025 – wenige Tage vor dem Jahrestag – festnehmen lassen.
Waffenübergabe im Juli 2025
Der im Mai in Dänemark festgenommene Mann soll nach früheren Angaben der Bundesanwaltschaft im Juli 2025 fünf Pistolen und Munition an einen weiteren Beschuldigten übergeben haben. Dieser habe die Schusswaffen dann einem dritten Beschuldigten zum Weitertransport nach Wien übergeben. Die Ermittlungen laufen weiter.



