Indien bestellt russischen Diplomaten nach tödlichem Angriff auf Frachter ein
Indien bestellt russischen Diplomaten ein

Nach dem Tod von vier indischen Seeleuten bei einem Raketenangriff auf einen Frachter im Schwarzen Meer hat das indische Außenministerium in Neu-Delhi einen ranghohen russischen Diplomaten einbestellt. Der russische Geschäftsträger Wladimir Ladanow sei aufgefordert worden, Indiens „ernste Besorgnis“ nach Moskau zu übermitteln, teilte das Ministerium mit. Angriffe auf die zivile Schifffahrt und der Tod von Zivilisten seien „inakzeptabel“. Solche Angriffe gefährdeten die Sicherheit und Stabilität des internationalen Seehandels.

Angriff auf Frachter „Golden Leo“

Ukrainischen Angaben zufolge hatte Russland den unter der Flagge Guinea-Bissaus fahrenden Frachter „Golden Leo“ am Sonntag beim Verlassen eines ukrainischen Hafens mit drei Marschflugkörpern beschossen. Dabei seien zehn Menschen getötet worden, darunter die vier Inder. Die Besatzung bestand aus indischen und syrischen Seeleuten. Das Schiff gehört laut Daten des Anbieters LSEG dem im indischen Mumbai ansässigen Unternehmen Ocean Grace Shipping. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.

Indische Seeleute sind bereits durch Beschuss im Iran-Krieg ums Leben gekommen. Indien protestierte damals sowohl bei den USA als auch beim Iran.

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Keine Erschöpfung russischer Truppen bei Pokrowsk

Die russischen Streitkräfte verzichten am Frontabschnitt bei Pokrowsk seit rund einem halben Jahr weitgehend auf großangelegte mechanisierte Angriffe. Stattdessen setzen sie zunehmend auf kleine Infanteriegruppen, die versuchen, unter dem Schutz von Waldstreifen und des Geländes vorzurücken. Das erklärte der Leiter der Einsatzplanungssektion des Stabs der 20. Brigade der Nationalgarde der Ukraine „Lubart“, Major Mychajlo Butko, im Sender Suspilne.Studio.

Nach seinen Angaben bleibt der Einsatz von Drohnen auf beiden Seiten des Frontverlaufs äußerst intensiv. Unbemannte Systeme werden nicht nur für Aufklärung und Angriffe, sondern auch für den Transport von Material sowie die Evakuierung Verwundeter genutzt. Bodengestützte Roboterplattformen setzt Russland demnach hingegen nur vereinzelt ein und verlässt sich weiterhin vor allem auf den Einsatz von Infanterie.

Trotz hoher Verluste erkennen die ukrainischen Streitkräfte derzeit keine Anzeichen dafür, dass die russischen Verbände in diesem Frontabschnitt erschöpft sind. Nach Einschätzung Butkos ist Russland weiterhin in der Lage, seine Einheiten regelmäßig mit Personal aufzufüllen und taktische Angriffe fortzusetzen, ohne den hohen personellen Verlusten besondere Bedeutung beizumessen. Deshalb bleibt der Frontabschnitt bei Pokrowsk einer der am stärksten umkämpften entlang der gesamten Frontlinie.

Ukrainisches Sturmregiment macht 64 Gefangene

In der Region Saporischschja hat das 225. Unabhängige Sturmregiment nach eigenen Angaben in den vergangenen rund eineinhalb Monaten 64 russische Soldaten gefangen genommen. Nach Angaben der ukrainischen Soldaten versuchten russische Infiltrationsgruppen während der Räumung mehrerer Ortschaften unbemerkt hinter die ukrainischen Linien zu gelangen, Aufklärungsdaten zu sammeln, Drohnenteams aufzuspüren und russische Flaggen für Propagandavideos über angeblich eingenommene ukrainische Dörfer zu platzieren. Darüber berichtete das 225. Unabhängige Sturmregiment auf seiner Facebook-Seite.

Das Regiment machte keine Angaben dazu, wann die einzelnen Einsätze stattfanden. Den Militärangaben zufolge hatten die russischen Gruppen den Auftrag, offene Gefechte zu vermeiden und verdeckt zu operieren. Stattdessen gerieten sie in ukrainische Kriegsgefangenschaft.

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs konzentrieren sich die schwersten Kämpfe derzeit auf die Frontabschnitte bei Pokrowsk, Slowjansk und Kostiantyniwka. Der Frontabschnitt in der Region Saporischschja gilt hingegen als vergleichsweise weniger aktiv. Dort setzt Russland nach Einschätzung des ukrainischen Militärs zunehmend auf kleine Infiltrationseinheiten zur Aufklärung und für informations- beziehungsweise propagandabezogene Operationen.

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Russland greift ukrainische Gasanlagen an

Russland hat den dritten Tag in Folge Gasförderanlagen des ukrainischen Energiekonzerns Naftogaz in der nordöstlichen Region Charkiw attackiert. Dies teilte das staatliche Unternehmen über den Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ein Angriff auf eine der Anlagen am Sonntag habe zu einem Teilausfall der Produktion geführt. Eine weitere Anlage sei bei einem Angriff am Montagmorgen beschädigt worden.

IWF gibt weitere 690 Millionen Dollar für die Ukraine frei

Der Internationale Währungsfonds (IWF) macht den Weg frei für die sofortige Auszahlung von rund 690 Millionen Dollar an die Ukraine. Der IWF-Vorstand habe eine Überprüfung des Finanzierungsprogramms für das Land abgeschlossen, teilte der Fonds mit. Die Ukraine habe trotz des Krieges ihre Finanzstabilität aufrechterhalten können. Die wirtschaftlichen Aussichten hätten sich jedoch eingetrübt. Gründe dafür seien vor allem die verstärkten russischen Angriffe auf die kritische Infrastruktur sowie indirekte Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten. Zudem habe sich die Umsetzung von Reformen verlangsamt. Die Ukraine wird mit einem Kreditprogramm in Höhe von 8,1 Milliarden Dollar unterstützt. Mit der jüngsten Freigabe steigen die bisherigen Auszahlungen auf etwa 2,2 Milliarden Dollar.

Bericht: FBI-Chef Patel plant Reise nach Russland

FBI-Direktor Kash Patel plant einem Medienbericht zufolge eine Reise nach Russland. Der Besuch solle voraussichtlich Mitte Oktober stattfinden, berichtete die US-Publikation „Politico“ am Montag unter Berufung auf eine informierte Person. Die Nachricht folgt auf den Abschluss der Fußball-Weltmeisterschaft, deren Sicherheitsvorkehrungen für die US-Bundespolizei eine umfangreiche Aufgabe darstellten.

Patel, der seit Februar 2025 an der Spitze des FBI steht, hatte die Sicherung des Turniers als die größte Herausforderung in der Geschichte der Behörde bezeichnet. Zu den Bedrohungen zählte er unter anderem Angriffe mit Drohnen. Das FBI hatte daher ein Trainingsprogramm für lokale Polizeikräfte aufgelegt und war für die Sicherheitsüberprüfung von 300.000 akkreditierten Personen zuständig.

Patel stand zuletzt wegen der Nutzung von Regierungsflugzeugen in der Kritik. Er und das FBI wiesen die Vorwürfe jedoch zurück und erklärten, er sei gesetzlich verpflichtet, diese zu nutzen und erstatte die Kosten für private Reisen. Zudem habe er weniger Privatflüge unternommen als seine beiden Vorgänger. Kritik zog er auch mit einer Reise zu den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand auf sich. Patel verteidigte den Besuch als Vorbereitung für die nun abgeschlossene Weltmeisterschaft.

Nordkorea und Russland bauen Zusammenarbeit aus

Nordkoreas Außenministerin Choe Son Hui hat in Moskau sowohl ihren russischen Amtskollegen Sergei Lawrow als auch Präsident Wladimir Putin zu Gesprächen getroffen. Beim sogenannten „dritten strategischen Dialog“ haben beide Seiten beschlossen, ihre bilaterale Zusammenarbeit weiter auszubauen und zu beschleunigen, berichtete Nordkoreas staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Das Treffen der Außenminister fand demnach bereits am Montag statt.

In einer gemeinsamen Erklärung sicherten sich beide Regierungen zudem weitreichenden sicherheitspolitischen Beistand zu. Russland sprach Nordkorea seine „volle Unterstützung“ bei dessen Bemühungen aus, die eigene Souveränität gegen „feindliche“ Bedrohungen zu verteidigen. Nordkorea wiederum erklärte seine „unveränderte Unterstützung für sämtliche innen- und außenpolitische Maßnahmen“ Russlands, die darauf abzielten, „die eigentliche Ursache des Ukraine-Konflikts zu beseitigen“.

Nordkorea ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs eine für das Land beispiellose Militärkooperation mit Russland eingegangen. Neben flächendeckenden Lieferungen von Munition und Artilleriegeschossen hat Nordkorea laut Schätzungen des südkoreanischen Geheimdienstes bis zu 15.000 Soldaten zur Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg entsandt.

Ukraine: Armeechef Syrskyj meldet sich in Führungsstreit zu Wort

In dem tagelangen Streit über die ukrainische Militärführung hat sich erstmals der Oberkommandierende Olexander Syrskyj geäußert, der möglicherweise vor der Entlassung steht. Es sei für ihn überraschend gewesen zu erfahren, dass er einen Konflikt mit dem entlassenen Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow gehabt haben solle, schrieb Syrskyj in der offiziellen Militärzeitschrift „Militarnyj“. Er habe das für unterschiedliche Auffassungen zwischen Ministerium und Militär in Sachfragen gehalten. „So sollte es zwischen zwei Institutionen während eines großen Krieges auch sein“, erklärte der General. Er sei manchmal hart. „Falls ich jemanden in irgendeiner Weise gekränkt habe: Mychajlo Albertowitsch, bitte entschuldigen Sie!“

In der Ukraine gibt es seit Tagen Proteste, weil Präsident Wolodymyr Selenskyj den jungen Verteidigungsminister Fedorow entlassen hat. Dieser gilt als Reformer, der vor allem die erfolgreiche Drohnenkriegsführung vorangetrieben hat. Zugleich fordern die Demonstranten den Rücktritt Syrskyjs, dem vorgehalten wird, zu sehr an taktischem Denken aus Sowjetzeiten festzuhalten.

Selenskyj beriet erneut mit ranghohen Kommandeuren über die Lage und die militärische Strategie. Er verkündete aber keine Entscheidung über eine Abberufung des Armeechefs. Es sei wichtig, dass Armee, Rüstungsproduzenten und Regierung ständig im Kontakt seien, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. Syrskyj verwahrte sich in dem Artikel gegen den Vorwurf, er sei gegen den Drohnenkrieg. Er habe die Drohnentruppe als eigene Waffengattung eingeführt und deren Kommandeur Robert Browdi, einen Seiteneinsteiger ins Militär, berufen, argumentierte er. Viele der jetzt bei der Bevölkerung beliebten Kommandeure seien unter seiner Führung befördert worden. Das Verteidigungsministerium sei für die Beschaffung der notwendigen Rüstung zuständig, die Armeeführung für die Strategie der Kriegführung, grenzte er die Aufgaben ab. Er warte auf die notwendigen politischen Entscheidungen für eine verbesserte Mobilisierung neuer Soldaten, „wie das ganze Land darauf wartet“.

Vier Inder bei russischem Angriff auf Schiff bei Odessa getötet

Bei einem Angriff auf ein aus dem südukrainischen Hafen Odessa auslaufendes Schiff sind nach Angaben der Regierung in Neu-Delhi vier Inder getötet worden. Ein weiterer liege im Krankenhaus und sei in kritischem Zustand, teilte das Außenministerium mit. Russland hat der ukrainischen Marine zufolge am Sonntag die „Golden Leo“ – ein unter der Flagge von Guinea-Bissau fahrendes Schiff mit einer Besatzung aus Indien und Syrien – mit drei Marschflugkörpern angegriffen. „Indien verurteilt solche Angriffe und bekräftigt, dass das Angreifen von Handelsschiffen und das Gefährden unschuldiger ziviler Besatzungsmitglieder oder das anderweitige Beeinträchtigen der Freiheit der Schifffahrt und des Handels verwerflich ist und vermieden werden sollte“, erklärte das indische Außenministerium.

Drei Tote bei russischem Angriff auf Odessa

In der südukrainischen Hafenstadt Odessa sind nach Angaben dortiger Behörden mindestens drei Menschen bei einem russischen Angriff getötet worden. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Der Angriff habe einer Infrastruktureinrichtung gegolten, heißt es weiter. Nähere Einzelheiten sind zunächst nicht bekannt.

Russland weist italienischen Militärattaché und Mitarbeiter aus

Nach der Ausweisung von zwei russischen Diplomaten durch Italien wegen mutmaßlicher Spionage hat Moskau seinerseits einen italienischen Militärattaché des Landes verwiesen. Italiens Außenminister Antonio Tajani erklärte am Montag, die Ausweisung des Militärattachés und eines seiner „Mitarbeiter“ sei ohne Grund erfolgt. Es handle sich um einen „eklatanten Akt der Vergeltung“ durch Russland.

Italien hatte vor zehn Tagen zwei russische Diplomaten wegen mutmaßlicher Spionage für Moskau ausgewiesen. Die beiden Militärattachés der russischen Botschaft in Rom seien in „Spionageaktivitäten verwickelt, die von der Staatsanwaltschaft in Rom aufgedeckt wurden“, erklärte Tajani zu diesem Zeitpunkt. Das russische Außenministerium kündigte in der Folge eine „angemessene Antwort“ an – diese erfolgte nun.

Italienischen Medienberichten zufolge sammelte einer der beiden mutmaßlichen russischen Spione unter anderem Informationen über ein italienisch-französisches Luftverteidigungssystem und Raketen, die der Ukraine zur Verfügung gestellt werden sollten. Er soll demnach zudem Informationen über eine Nato-Mission in Bulgarien und über das italienische Unternehmen Avio, das Triebwerke für Drohnen und Überschallraketen herstellt, gesammelt haben.

Fünf Tote und 23 Verletzte bei ukrainischem Drohnenangriff auf Bus in Russland

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf Russland sind nach Behördenangaben mindestens fünf Insassen eines Busses getötet worden. Bei den Toten durch den Angriff am Montag in der Grenzregion Belgorod handle es sich um vier Frauen und ein Kind, teilte der dortige Gouverneur Alexander Schumajew mit. Ferner seien 23 Menschen verletzt worden. Dem Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, zufolge, befänden sich drei Menschen in einem kritischen Zustand. Russland wirft der Ukraine vor, den Angriff „absichtlich und zynisch“ ausgeführt zu haben. Eine Stellungnahme der Ukraine liegt zunächst nicht vor.

Ukrainischer Sicherheitsdienst trifft FSB-Koordinationszentrum in besetzter Region Cherson

Spezialkräfte der ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU haben ein Koordinationszentrum des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB in der besetzten Region Cherson angegriffen. Das teilte der SBU mit. Nach Angaben des Dienstes befand sich das Zentrum in einer Pension, die zugleich als Standort für FSB-Mitarbeiter diente. Bei der Operation schlugen demnach 13 Drohnen des SBU auf dem Gelände ein. Nach den Treffern brach ein großer Brand aus. Nach vorläufigen Schätzungen könnten sich in dem FSB-Koordinationszentrum bis zu 100 russische Militärangehörige aufgehalten haben.

Tote nach russischen Angriffen in Südostukraine

Bei russischen Angriffen in der Stadt Pawlohrad im südostukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk sind nach ukrainischen Behördenangaben zwei Personen ums Leben gekommen. Das teilte der Chef der Militärverwaltung der Region, Olexander Hanscha, bei Telegram mit. Weitere 13 seien verletzt worden. Russland hat Pawlohrad dabei offenbar erstmals mit Gleitbomben angegriffen. Das teilte der Vorsitzende des Regionalrats von Dnipropetrowsk, Mykola Lukaschuk, mit. Pawlohrad liegt rund 90 Kilometer von der Frontlinie entfernt und war für Russland bisher nicht mit Gleitbomben zu erreichen. „Bis heute waren gelenkte Fliegerbomben keine Bedrohung für unsere Gemeinde. Pawlohrad lebte unter Raketen und Shaheds, kannte aber keine Gleitbomben. Jetzt modernisiert der Feind diese Bomben und erreicht damit größere Tiefen. Leider ist das für Pawlohrad eine neue Realität“, schrieb Lukaschuk.