Fifa-Chef Infantino: Privatjet-Nutzung erreicht neues Rekordniveau
Infantino: Privatjet-Nutzung auf Rekordniveau

Fifa-Präsident Gianni Infantino hat innerhalb von 30 Tagen mit seinem Privatjet rund 80.000 Kilometer zurückgelegt – das entspricht der doppelten Strecke des Erdumfangs. Dies geht aus einer Analyse des SPIEGEL hervor, die die Flugbewegungen des Fifa-Chefs während der Weltmeisterschaft 2026 untersuchte.

Exzessive Nutzung des Privatjets

Infantino nutzte den Privatjet, um möglichst viele Spiele der WM zu besuchen. Laut den vorliegenden Daten flog er zwischen dem 14. Juni und dem 14. Juli 2026 insgesamt 28 Mal. Die Flüge führten ihn quer durch die USA, Kanada und Mexiko, wo die Spiele stattfanden. Die Gesamtflugzeit betrug rund 150 Stunden.

„Infantino ist der Vorreiter eines umweltschädlichen Luxustrends“, kommentiert ein Sprecher der Umweltorganisation Greenpeace. „Seine Flugbilanz ist verheerend und steht im krassen Gegensatz zu den Klimazielen der Fifa.“

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Kosten und Umweltbelastung

Die Kosten für die Privatjet-Flüge werden auf etwa 2,5 Millionen Euro geschätzt. Die Umweltbelastung ist enorm: Der CO2-Ausstoß beträgt schätzungsweise 200 Tonnen – das entspricht dem jährlichen Ausstoß von etwa 40 deutschen Durchschnittsbürgern.

Die Fifa selbst wirbt mit Nachhaltigkeitsinitiativen und hat sich zum Ziel gesetzt, die Klimaneutralität bis 2030 zu erreichen. Infantinos Flugverhalten steht jedoch in scharfem Kontrast zu diesen Bemühungen. „Es ist ein Armutszeugnis für die Glaubwürdigkeit der Fifa“, so der Greenpeace-Sprecher weiter.

Reaktionen und Kritik

Die Kritik an Infantino kommt nicht nur von Umweltverbänden. Auch Politiker und Fans zeigen sich empört. „Solche Aktionen untergraben das Vertrauen in die Führung des Weltfußballs“, sagt der Sportausschuss-Vorsitzende des Deutschen Bundestages, Fritz Felgentreu (SPD).

Die Fifa selbst verteidigte Infantino: „Der Präsident muss während der WM an vielen Orten präsent sein, um seinen Aufgaben nachzukommen. Die Nutzung des Privatjets ist aus Zeitgründen unvermeidbar.“

Dennoch bleibt der Eindruck eines übermäßigen und umweltschädlichen Luxuskonsums. Die Diskussion über die Klimabilanz von Spitzenfunktionären dürfte damit weiter anhalten.

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