Weißes Haus beurlaubt Teleprompter-Mitarbeiter nach Insiderwetten
Ein langjähriger Mitarbeiter des Weißen Hauses, der für die Bedienung des Teleprompters von US-Präsident Donald Trump verantwortlich ist, steht im Verdacht, sein Insiderwissen für lukrative Wetten auf Trumps Reden genutzt zu haben. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, bestätigte bei einer Pressekonferenz, dass der Mitarbeiter zunächst ohne Bezahlung beurlaubt wurde. Trump sei über den Vorfall informiert worden und bewerte ihn als „zutiefst bedauerlich und ehrlich gesagt eine Schande“.
Wetten auf Reden über Plattformen wie Kalshi und Polymarket
Der Fall betrifft Wetten auf Plattformen wie Kalshi und Polymarket, auf denen Nutzer unter anderem darauf spekulieren können, ob bei einem Ereignis bestimmte Wörter oder Sätze fallen oder ein Thema angesprochen wird. Während Polymarket in den USA nicht zugelassen ist, wird Kalshi von der US-Handelsaufsicht CFTC reguliert – eine Praxis, die nicht unumstritten ist. Der Teleprompter-Mitarbeiter, der Berichten zufolge seit 2016 für Trump arbeitet, soll diese Möglichkeit bei Trumps Rede zur Lage der Nation im Februar sowie bei weiteren Auftritten des Präsidenten genutzt haben. Laut ABC, das sich auf Quellen mit Kenntnis der CFTC-Ermittlungen beruft, erzielte er damit Gewinne von mehr als 100.000 Dollar (rund 87.400 Euro). Es wird angenommen, dass er vorab Zugang zum Redetext hatte.
Selbstanzeige durch Kalshi und Ethikrichtlinien
Kalshi-Manager Robert DeNault erklärte auf der Plattform X, dass die verdächtigen Geschäfte dem Dienst aufgefallen seien und man die CFTC selbst eingeschaltet habe. Leavitt betonte, dass im Weißen Haus „strikte Ethik-Richtlinien“ gelten, die derartige Geschäfte verbieten. Der Vorfall reiht sich in eine Serie ähnlicher Fälle ein: Erst im April warf das US-Justizministerium einem Soldaten vor, auf Polymarket über 400.000 Dollar verdient zu haben, indem er geheimes Wissen über die geplante Festnahme des venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro nutzte. Im Juni begnadigte Trump zudem den früheren republikanischen Kongressabgeordneten Stephen Buyer aus Indiana, der 2023 wegen Insiderhandels zu 22 Monaten Haft verurteilt worden war. Buyer hatte vertrauliche Informationen über Firmenübernahmen für Aktiengeschäfte genutzt.



