Iran beschießt Frachter in der Straße von Hormus: Waffenruhe gebrochen?
Iran beschießt Frachter: Waffenruhe in Gefahr

Gerade eine Woche alt ist das Abkommen zwischen den USA und dem Iran – da stellt Teheran es schon auf die Probe. Die Islamische Revolutionsgarde beschoss am Donnerstag das singapurische Frachtschiff Ever Lovely in der Straße von Hormus. Verletzte gab es keine, doch wurde nach Angaben des Wall Street Journal (WSJ) die Brücke des Schiffs beschädigt. Der Angriff zeigt: Der Iran pfeift auf den jüngst unterzeichneten Deal.

Revolutionsgarde warnt alle Frachter

Wenige Stunden bevor das Schiff beschossen wurde, warnte die iranische Revolutionsgarde alle Frachter: Nutzt nur die Routen, die der Iran genehmigt hat. Die Route der UN-Schifffahrtsbehörde International Maritime Organization (IMO) sei hingegen nicht erlaubt. „Der Schiffsverkehr außerhalb dieser Routen ist äußerst gefährlich und untersagt“, erklärte die Revolutionsgarde. Laut WSJ erhielt die Ever Lovely die Warnung jedoch nicht. Es gab keine Aufforderung, umzukehren. Das Schiff folgte der IMO-Route entlang der omanischen Küste. Dann wurde es angegriffen. Andere Schiffe bekamen die Botschaft per Radio übermittelt. Die Schifffahrts-Datenfirma Windward berichtete, dass insgesamt fünf Schiffe umdrehten.

Verstoß gegen Iran-Deal

Eine Woche zuvor hatten die USA und der Iran ein Rahmenabkommen geschlossen, das eine sechzigtägige Waffenruhe beinhaltet. Wichtigste Punkte: Der Iran sollte sichere Passage für Handelsschiffe durch die Straße von Hormus garantieren. Die USA würden ihrerseits die Blockade für iranische Schiffe aufheben. Der Angriff auf die Ever Lovely ist damit ein direkter Verstoß gegen diesen Deal.

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Matrosen sitzen fest

Nach der Attacke stoppte die IMO die geplante Evakuierung von mehr als elftausend Matrosen, die wegen der Blockade seit Wochen in der Region festsitzen. IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez sagte: „Die Sicherheit der Seeleute ist oberste Priorität. Ich habe beschlossen, den Evakuierungsplan vorübergehend auszusetzen, um erneut zu überprüfen, ob die erforderlichen Sicherheitsgarantien gegeben sind.“ Eigentlich sollte der Handel mit dem Deal endlich wieder anrollen. Jetzt ist die Unsicherheit bei den Reedereien zurück.

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