Die iranische Justiz hat am Samstag die Hinrichtung eines Mannes bekanntgegeben, der für die Tötung eines Mitglieds der Sicherheitskräfte während der Massenproteste im Jahr 2022 verantwortlich gemacht wurde. Das Urteil wurde nach Bestätigung durch das Oberste Gericht vollstreckt, wie die Nachrichtenagentur Misan unter Berufung auf Justizkreise meldete.
Hintergrund der Proteste
Die Proteste im Iran wurden durch den Tod der 22-jährigen Mahsa Amini im September 2022 ausgelöst. Die iranische Kurdin war von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie gegen die strenge Kleiderordnung verstoßen haben soll. Sie starb in Polizeigewahrsam. Bei dem Opfer des nun hingerichteten Mannes handelte es sich nach Angaben iranischer Medien um ein Mitglied der Basidsch-Miliz, die für die innere Sicherheit zuständig ist.
Anstieg der Hinrichtungen
Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar hat die Zahl der Hinrichtungen im Land zugenommen. Bereits am Mittwoch wurde ein Mann im Zusammenhang mit regierungskritischen Protesten im Januar hingerichtet. Laut UN-Angaben wurden seit Jahresbeginn mindestens 40 Menschen unter Verweis auf die nationale Sicherheit hingerichtet, darunter 18 Demonstranten.
Der Iran ist Menschenrechtsorganisationen zufolge nach China das Land mit den meisten Hinrichtungen weltweit. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben von zwei Menschenrechtsorganisationen mindestens 1639 Menschen hingerichtet – so viele wie seit 1989 nicht mehr.



