In der katarischen Hauptstadt Doha haben indirekte technische Gespräche zwischen den USA und dem Iran begonnen. Wie eine mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte, vermitteln Katar und Pakistan in den Verhandlungen. Der US-Gesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, trafen sich demnach mit dem katarischen Ministerpräsidenten. Die Gespräche sollen die Umsetzung des Rahmenabkommens voranbringen, das Mitte Juni unterzeichnet wurde.
Schiff in der Straße von Hormus auf Grund gelaufen
Ein Schiff ist nach einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens in der Straße von Hormus auf Grund gelaufen. Das ausländische Containerschiff sei nicht auf der vom Iran genehmigten Route durch das Gewässer unterwegs gewesen, hieß es am Mittwoch. Nähere Details wurden zunächst nicht gemeldet. Das Staatsfernsehen betonte, dass sich die Schifffahrt durch die Straße von Hormus an die Anweisungen der paramilitärischen Revolutionsgarde halten müsse.
Iran stellt Bedingungen für weitere Gespräche
Der Iran macht die Umsetzung der jüngsten Absichtserklärung zur Bedingung für weitere Verhandlungen mit den USA. Solange die Auflagen nicht erfüllt seien, werde es keine neuen Gespräche geben, sagte der iranische Chefunterhändler Mohammad Bagher Chalibaf im Staatsfernsehen. Zudem kündigte er die Gründung eines gemeinsamen Komitees mit den USA und dem Libanon an, das die Beendigung des Krieges dort überwachen soll. Chalibaf warnte die USA davor, iranische Ölexporte zu unterbinden, da in einem solchen Fall niemand mehr vom Öl profitieren werde. Die Souveränität über die Straße von Hormus liege beim Iran und dem Oman, die freie Durchfahrt sei gemäß der Vereinbarung auf 60 Tage befristet. Seit dem Ende der Seeblockade beliefen sich die iranischen Ölexporte Chalibaf zufolge auf mehr als 40 Millionen Barrel. Dabei erziele das Land einen um 20 Prozent höheren Preis als zuvor.
Netanjahu befiehlt Zerstörung der Hisbollah-Infrastruktur
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Armee angewiesen, die Infrastruktur der schiitischen Hisbollah-Miliz im Südlibanon vollständig zu zerstören. Netanjahu bezog sich laut Regierungspresseamt bei einem Truppenbesuch auf alle ober- und unterirdischen Anlagen, die die Miliz für Angriffe auf Israel genutzt habe, wie beispielsweise Tunnel. Netanjahu sagte weiter: „Das ist die Anweisung: Lasst nichts zurück, und genau das tun Sie.“ Außerdem sollten Soldaten sofort handeln, wenn sie eine Bedrohung für ihr Leben feststellten. Er schloss zudem einen Abzug der Armee aus dem Grenzgebiet aus, bis die Hisbollah vollständig entwaffnet sei und keine Bedrohung mehr für Israel darstelle. Netanjahu bezeichnete die Hisbollah als das wichtigste Glied in einer Achse der iranischen Verbündeten. Nach seinen Angaben sind von ehemals 150.000 Raketen und Geschossen noch etwa acht Prozent übriggeblieben. Zudem habe Israel im Libanon rund 9.000 „Terroristen“ getötet. Die wichtigste Maßnahme habe darin bestanden, Puffer- und Sicherheitszonen zwischen der Hisbollah und dem Norden Israels zu schaffen. Die libanesische Regierung und die Hisbollah bezeichnen die von Israel einseitig verfügte „Sicherheitszone“ als völkerrechtswidrige Besetzung. Das von Israel kontrollierte Areal im Südlibanon umfasst nach geografischen Berechnungen libanesischer Medien rund 620 Quadratkilometer, was etwa sechs Prozent der Landesfläche entspricht.
Spionageverdacht: US-Bürger in Israel festgenommen
Die israelische Polizei hat einen 20 Jahre alten US-Bürger wegen des Verdachts auf Spionage für den iranischen Geheimdienst festgenommen. Wie israelische Zeitungen unter Berufung auf die Polizei mitteilten, hat der Mann aus dem Großraum Jerusalem „sensible Orte“ in Israel fotografiert und gefilmt. Er soll dafür pro Auftrag bis zu Hunderte Dollar erhalten haben. Der Mann soll jetzt wegen Kontaktaufnahme zu einem ausländischen Agenten und Gefährdung der nationalen Sicherheit Israels angeklagt werden.
Iran will mit Katar über eingefrorene Gelder sprechen
Der Iran will mit dem Vermittler Katar über die Umsetzung des Übergangsabkommens mit den USA beraten. Ein Hauptthema der Gespräche am Mittwoch ist die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder, wie das iranische Außenministerium mitteilte. Treffen mit Vertretern der US-Regierung seien in den kommenden Tagen nicht geplant. Dem katarischen Außenministerium zufolge sind sechs Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern in Katar noch nicht nach Teheran überwiesen worden.



