Die Huthi-Rebellen im Jemen haben nach eigenen Angaben zwei saudische Öltanker angegriffen. Die Schiffe ENCELA und LAYLIA hätten eine von der Gruppe verhängte Seeblockade verletzt, teilten die vom Iran unterstützten Rebellen mit. Saudi-Arabien äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Die Huthi hatten am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt.
USA setzen Angriffsserie fort
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben neue Angriffe gegen militärische Ziele im Iran gestartet. Die Operationen begannen um 17:30 Uhr US-Ostküstenzeit (1:00 Uhr Ortszeit im Iran), teilte das Regionalkommando Centcom mit. Ziel sei es, die Fähigkeiten des Iran weiter zu schwächen, Handelsschiffe und zivile Seeleute zu bedrohen. Es ist die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische Republik angreifen.
US-Präsident Donald Trump betonte bei einer Veranstaltung in Marietta, Georgia, der Iran sei noch nicht bereit für einen Deal. „Sie sind noch nicht bereit. Sie werden aber sehr bald bereit sein“, sagte Trump, was als indirekte Drohung interpretiert wurde.
London zieht Diplomaten ab
Großbritannien hat sein diplomatisches Personal aus der Botschaft in Teheran vorübergehend abgezogen. Grund seien die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran, darunter jüngste Angriffe auf die iranische Hauptstadt. London begründete den Schritt mit der „Sicherheitslage“. Bereits Ende Februar hatte das Vereinigte Königreich eine ähnliche Maßnahme ergriffen. Andere westliche Botschaften in Teheran blieben weiterhin in Betrieb.
Iran droht mit totaler Ölblockade
Der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf drohte im Konflikt mit den USA, Ölexporte anderer Länder der Region zu verhindern, wenn der Iran selbst kein Öl exportieren könne. „Es geht in diesem Krieg um alles oder nichts“, schrieb Ghalibaf auf X. „Wenn der Iran sein Öl nicht verkaufen kann, wird niemand sonst in der Region sein Öl verkaufen können.“ Mit Blick auf die Straße von Hormus fügte er hinzu, deren Sicherheit hänge davon ab, dass keine US-Streitkräfte dort stationiert sind.
Vergeltung für Angriffe auf Infrastruktur angekündigt
Nach Trumps Drohung, bei Schiffsbeschuss Brücken oder Kraftwerke im Iran zu zerstören, kündigte Teheran Vergeltung an. „Unsere Verteidigungsdoktrin ist klar: Auge um Auge“, schrieb Außenminister Abbas Araghtschi auf X. „Jede Aggression gegen den Iran, einschließlich unserer Infrastruktur, wird eine mächtige und entschiedene Antwort erzwingen.“ Wer dazu beitrage, werde als legitimes Ziel angesehen.
Trump hatte zuvor angekündigt, künftig jedes Mal eine Brücke oder ein Kraftwerk im Iran zu bombardieren, wenn die Islamische Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt. Der Konflikt war Anfang Juli im Streit um die Kontrolle der Meerenge eskaliert.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Der Gaspreis (TTF) stieg auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn. Eine Megawattstunde zur Lieferung im August kostete bis zu 63 Euro, verglichen mit 40 Euro Ende Juni. Der Brent-Ölpreis lag auf dem höchsten Stand seit Mitte Juni. Die hohen Energiepreise schüren Ängste vor einem Preisschock, da Europa Nettoimporteur ist. Im Juni war die Inflation noch auf 2,8 Prozent gefallen.
Die Weltbank warnte, eine Eskalation des Iran-Kriegs könne das globale Wachstum auf 1,3 Prozent einbrechen lassen. 2025 betrug das Wachstum noch 2,9 Prozent. Sollte der Konflikt ein halbes Jahr oder länger andauern, könnte die Inflation auf 4,5 Prozent steigen, sagte Weltbank-Chefökonom Indermit Gill.
Pakistan droht mit Militäreinsatz
Pakistan drohte im Konflikt zwischen der Huthi-Miliz und Saudi-Arabien mit einem Militäreinsatz. Man behalte sich den Einsatz von Gewalt vor, um eigene Interessen zu schützen, hieß es aus dem Außenministerium. Pakistan unterhält mit Saudi-Arabien ein Militärbündnis. Die Huthi hatten am Montag eine Blockade saudischer Schiffe angekündigt. Pakistan verurteilte die Drohungen.
Weitere Entwicklungen
US-Außenminister Marco Rubio warnte vor einer Ausweitung des iranischen Raketen- und Drohnenarsenals. Diese Geschosse seien „genau die Art von konventionellem Schild, hinter dem sie sich verstecken wollten, um ein Atomprogramm zu verfolgen“. Die Fähigkeit sei zwar geschwächt, doch in einem Jahr hätte der Iran über genug Raketen verfügt.
Jordanien fing nach Militärangaben vier Raketen über Akaba ab, zwei weitere schlugen in unbewohnten Gebieten ein. Die iranische Armee griff US-Stützpunkte in Kuwait, Jordanien und Bahrain mit Drohnen an. In Teheran wurde erstmals seit Beginn der Eskalation wieder Flugabwehr aktiviert.
Bulgariens Parlament erlaubte dem US-Militär die Nutzung eines Luftwaffenstützpunkts für Einsätze im Nahen Osten. Bis zu acht KC-135-Tankflugzeuge und 250 Soldaten dürfen auf dem Stützpunkt Besmer stationiert werden.



