Kommentar: Iran-Pakt – Trump löst selbst geschaffene Probleme
Iran-Pakt: Trump löst Probleme, die er selbst schuf

Kommentar: Iran-Pakt – Trump löst Probleme, die er selbst geschaffen hat

Der US-Präsident inszeniert sich als großer Friedensstifter. Doch seine Vereinbarung mit Teheran ist eher eine Absichtserklärung als ein echter Deal. Zwei Kriterien sind bei der Bewertung entscheidend.

Geradezu euphorisch reagieren die Märkte auf das Abkommen zwischen den USA und dem Iran. Die Erleichterung ist zunächst nachvollziehbar – auch wenn es sich eher um eine Absichtserklärung zur Beendigung des Krieges als um einen belastbaren Deal handelt.

Bislang jedenfalls oszillierte der amerikanische Präsident zwischen apokalyptischen Drohungen gegenüber Teheran und der Ankündigung eines kurz bevorstehenden Deals, der natürlich völlig neue Maßstäbe in der internationalen Diplomatie setzen würde. Das sorgte an den Märkten vor allem für Irritationen und Ratlosigkeit.

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Immerhin, jetzt sind sich erstmals beide Konfliktparteien darüber einig, dass es so etwas wie eine gemeinsame Grundlage oder einen Rahmen für detaillierte Verhandlungen gibt – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Eine redliche und differenzierte Bewertung dieses Rahmens und eines möglichen Deals wird sich an zwei Kriterien bemessen lassen müssen:

  • Erstens: Gibt es einen Fortschritt gegenüber dem Status quo ante, also vor den israelisch-amerikanischen Angriffen auf den Iran?
  • Zweitens: Und sollte es wirklich Fortschritte geben, stellt sich die Frage, ob diese im Verhältnis zu den politischen und ökonomischen Kosten stehen, die dieser Krieg verursacht hat.

Die Ankündigung des Deals allein reicht nicht aus, um die Skepsis zu zerstreuen. Trump hat die Probleme, die er nun zu lösen vorgibt, maßgeblich selbst geschaffen. Sein maximaler Druck auf den Iran führte zur Eskalation, die erst durch die jetzige Einigung entschärft werden soll. Ob dies gelingt, hängt von den Details ab, die noch ausgehandelt werden müssen.

Die Märkte reagieren erleichtert, doch Anleger sollten vorsichtig bleiben. Ein reiner Rahmen ohne konkrete Umsetzung birgt weiterhin Risiken. Die eigentliche Bewertung steht noch aus – sie wird sich an den genannten Kriterien messen lassen müssen.

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