Teheran – Eine Todesdrohung aus dem Iran sorgt für internationale Besorgnis. Die regimenahe Zeitung „Hamshahri“ veröffentlichte auf ihrer Titelseite eine Collage, die zahlreiche westliche Spitzenpolitiker in orangefarbenen Häftlingsanzügen zeigt. Über dem Bild steht auf Persisch: „Rache ist unvermeidlich.“ Direkt darunter heißt es sinngemäß, die „kriminellen“ Verantwortlichen würden ihren Tod erleben.
Bundeskanzler Friedrich Merz im Visier
Unter den abgebildeten Politikern befindet sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU). Neben ihm sind unter anderem US-Präsident Donald Trump, Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der britische Premier Keir Starmer, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni, US-Außenminister Marco Rubio, US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, Israels Außenminister Gideon Sa'ar, der US-Botschafter in Israel Mike Huckabee sowie weitere führende Politiker aus den USA und Europa zu sehen. Trump und Netanjahu werden besonders hervorgehoben und mit Fadenkreuzen gekennzeichnet.
„Hamshahri“ – Sprachrohr der Hardliner
Bei „Hamshahri“ handelt es sich nicht um eine beliebige Zeitung. Das Blatt wird von der Stadt Teheran herausgegeben und gilt als Sprachrohr der iranischen Hardliner. Brisant: Vor Jahren wurde die Zeitung auch von Mohammad Bagher Ghalibaf geführt, dem heutigen Parlamentspräsidenten. Ghalibaf gehört zu den mächtigsten Männern des Landes und spielt inzwischen eine wichtige Rolle bei den Kontakten des Regimes mit den USA.
Warum Merz zum Feindbild wurde
Dass ausgerechnet Friedrich Merz auf der Collage auftaucht, dürfte kein Zufall sein. Der Bundeskanzler gehört seit Monaten zu den schärfsten Kritikern des Mullah-Regimes. Während der landesweiten Proteste im Januar erklärte Merz, das Regime sei „faktisch am Ende“ und er rechne mit dessen baldigem Sturz. Aus Sicht der iranischen Hardliner dürfte sich Merz damit längst zum politischen Feindbild gemacht haben.
Die Drohung kommt zu einem Zeitpunkt erhöhter Spannungen zwischen dem Iran und westlichen Staaten. Die iranische Führung steht international wegen ihres Atomprogramms, der Unterdrückung von Protesten und der Unterstützung von Milizen in der Region in der Kritik.



