Iran weist Trumps Gesprächsangebot zurück und verhandelt mit Oman
Iran weist Trump ab und verhandelt mit Oman

Der Iran hat die von US-Präsident Donald Trump angekündigten Gespräche als falsch bezeichnet. Das Außenministerium in Teheran erklärte, man verhandle derzeit nicht mit den Vereinigten Staaten. Stattdessen führe man Gespräche mit dem Oman über die strategisch bedeutsame Straße von Hormus, sagte Außenamtssprecher Esmaeil Bakaei bei seiner wöchentlichen Presseunterredung.

„Wir verhandeln derzeit nicht mit den Vereinigten Staaten“, so Bakaei wörtlich. „Unsere Verhandlungen sind mit dem Oman, um die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu sichern.“ Eine Einigung mit dem Nachbarland reiche allerdings nicht aus, um die Wasserstraße wieder zu öffnen. Solange die „Aggression“ der USA andauere, werde sich an der Situation nichts ändern, hieß es aus Teheran.

Trump kündigt Gespräche an

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag überraschend erklärt, die Gespräche mit dem Iran sollten am Montagnachmittag beginnen. Nähere Angaben zum Ort oder zu den Teilnehmern machte er nicht. Am Samstagabend hatte Trump zudem angekündigt, die USA und Israel würden vorläufig auf zuvor angekündigte Angriffe auf den Iran verzichten. Erst vor Tagen hatte Trump einen „größten Angriff seit dem Zweiten Weltkrieg“ angedroht, nun ist dieser offenbar vom Tisch.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Diese Kehrtwende wurde an den Finanzmärkten als Signal der Entspannung gewertet. Die Hoffnung auf eine Annäherung der Kriegsparteien USA und Iran beflügelte die Börsen. Bereits am Freitag hatten Spekulationen über mögliche Gespräche für Auftrieb gesorgt, nun folgte der Durchbruch nach oben.

Dax auf Rekordhoch

Der deutsche Leitindex Dax übersprang am Montag erstmals in seiner Geschichte die Marke von 26.000 Punkten. Er stieg bis auf 26.005,10 Zähler, ein Plus von 1,47 Prozent im Vergleich zum Schlussstand am Freitag. Bereits kurz nach Handelsauftakt hatte der Dax das Anfang Juli erreichte Rekordhoch von 25.900,10 Punkten übertroffen und damit gleich zweimal ein neues Allzeithoch aufgestellt.

Die Marktteilnehmer reagierten erleichtert auf die Aussicht auf eine diplomatische Lösung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Ein Krieg hätte in der Region massive wirtschaftliche Folgen – insbesondere für die Ölversorgung. Entsprechend deutlich fiel die Reaktion an den Ölmärkten aus.

Ölpreise geben deutlich nach

Die Ölpreise entwickelten sich in die Gegenrichtung zum Aktienmarkt. Der Preis für die Nordseesorte Brent sank am Morgen um 4,08 Dollar oder 4,64 Prozent auf 83,85 Dollar je Barrel (159 Liter). Auch die US-Sorte WTI verbilligte sich um 4,01 Dollar oder 4,74 Prozent auf 80,66 Dollar. Ein Ende der Blockade der Straße von Hormus würde die Ölversorgung erleichtern und die Preise weiter drücken.

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Täglich werden dort Millionen Barrel Öl und große Mengen Flüssiggas transportiert. Der Iran blockiert die Meerenge seit Beginn des Krieges Ende Februar weitgehend. Das hat die globalen Energiemärkte belastet und zu Unsicherheit in der Schifffahrt geführt.

Brennpunkt Straße von Hormus

Für Teheran ist die Kontrolle über die Straße von Hormus ein zentrales Druckmittel im Konflikt mit den USA. Die Verhandlungen mit dem Oman könnten ein erster Schritt sein, um die Lage zu entschärfen. Aus Sicht des Iran reicht ein Abkommen mit dem Nachbarland jedoch nicht aus, solange die USA ihre „Aggression“ nicht beenden. Die kommenden Tage werden zeigen, ob es tatsächlich zu direkten Gesprächen zwischen Washington und Teheran kommt – oder ob es sich bei Trumps Ankündigung nur um einen weiteren Bluff gehandelt hat.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration