US-Präsident Donald Trump hat überraschend neue Gespräche mit dem Iran angekündigt. Bereits am Montagnachmittag sollen die Verhandlungen beginnen, wie Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten bestätigte. Die Ankündigung kommt nur einen Tag, nachdem Trump einen vorläufigen Verzicht auf weitere Angriffe der USA und Israels auf den Iran verkündet hatte.
Verhandlungen trotz angespannter Lage
„Was wir tun, ist, wir sprechen mit ihnen in Form von Verhandlungen“, sagte Trump an Bord der Air Force One. Er betonte, die Gespräche würden am Nachmittag starten. Auf die Frage nach der Haltung Teherans antwortete Trump: „Sie wollen natürlich nicht angegriffen werden. Sie kannten das Ausmaß des geplanten Angriffs, weil sie sahen, wie er sich zusammenbraute.“
Die Ankündigung folgt auf eine Reihe eskalierender Maßnahmen. Erst am Freitag hatte Trump dem Iran bei einer Kabinettssitzung in Camp David mit neuen massiven Angriffen gedroht. „Wir werden ihn ganz hart angehen“, sagte er damals. Nun scheint sich die Lage kurzfristig zu entspannen – zumindest vorerst.
Islamabad-Abkommen im Fokus
Der iranische Abgeordnete Hassan Ghaschghawi zeigte sich in einem Fernsehinterview zuversichtlich, was die Wiederbelebung des 14-Punkte-Abkommens von Islamabad angeht. „Ich kann Ihnen sagen, dass derzeit Bemühungen im Gange sind, das 14-Punkte-Abkommen von Islamabad wiederzubeleben, insbesondere seitens der Vermittler“, sagte Ghaschghawi. Als Vermittlerländer gelten Pakistan und Katar.
Trump selbst hatte am Samstagabend auf der Plattform Truth Social von einer Einigung auf „Umrisse einer Vereinbarung“ gesprochen. Der Iran und andere Staaten der Golfregion hätten die USA und Israel um den vorläufigen Stopp der Angriffe gebeten. Der Iran wies diese Darstellung jedoch umgehend zurück. Die Aussage sei „nichts als eine neue Lüge“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Mehr am Sonntag iranische Militärvertreter.
Fünf Monate Krieg und die Straße von Hormus
Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran dauert bereits fünf Monate an und hat in der Region tausende Todesopfer gefordert. Auch die Weltwirtschaft leidet unter den Auswirkungen. Besonders betroffen ist die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Seewege für den globalen Öltransport. Teheran beansprucht weiterhin die Kontrolle über die Meerenge, während die USA und Israel mit Angriffen reagieren.
Die Bemühungen der Vermittlerländer Pakistan und Katar, die Konfliktparteien wieder an den Verhandlungstisch zu bringen, gestalten sich schwierig. Die gegenseitigen Angriffe zwischen den USA und dem Iran hatten sich in den vergangenen Wochen wieder intensiviert. Nun gibt es mit den angekündigten Gesprächen zumindest einen neuen Anlauf für eine nachhaltige Friedenslösung.
Ein neuer Anlauf für Frieden?
Ob die Verhandlungen tatsächlich zustande kommen und zu einer Deeskalation führen, bleibt abzuwarten. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen in der Golfregion mit großer Sorge. Eine weitere Eskalation könnte nicht nur die Region, sondern die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen. Die angekündigten Gespräche sind ein erstes Zeichen der Entspannung, doch die Hürden sind hoch.
Trump zeigte sich zuversichtlich, dass die Iraner angesichts der militärischen Übermacht der USA verhandlungsbereit sein müssten. „Sie kannten das Ausmaß des geplanten Angriffs“, erklärte er erneut und spielte damit auf die Abschreckungswirkung an. Ob Teheran diese Sichtweise teilt, ist unklar. Die kommenden Stunden werden zeigen, ob der Dialog tatsächlich beginnt und ob er mehr ist als nur ein weiteres taktisches Manöver.



