Unions-Fraktionschef Thorsten Frei hat nach dem CSD-Attentat in Berlin einen härteren Umgang mit Gefährdern gefordert. Der CDU-Politiker äußerte sich in einem Interview mit BILD, das am 1. August 2026 um 18:23 Uhr veröffentlicht wurde. Die Fragen stellten die BILD-Redakteure Florian Kain und Burkhard Uhlenbroich. Frei zog damit unmittelbar Konsequenzen aus dem Anschlag auf den Christopher Street Day. Das Gespräch wurde als Video veröffentlicht.
Der christdemokratische Fraktionsvorsitzende forderte, dass Gefährder konsequenter überwacht und kontrolliert werden müssen. Der Begriff Gefährder bezieht sich auf Personen, von denen die Sicherheitsbehörden annehmen, dass sie politisch motivierte Straftaten verüben könnten. Genau solche Menschen rückten nach dem Anschlag in Berlin in den Fokus der Sicherheitspolitik.
Härterer Umgang mit Gefährdern
Frei machte in dem BILD-Interview deutlich, dass es nicht ausreiche, Gefährder lediglich zu beobachten. Vielmehr müssten die Behörden die Möglichkeit erhalten, frühzeitig einzugreifen. Dazu zählen aus Sicht des Unions-Fraktionschefs strengere Auflagen, eine engmaschigere Überwachung und die Auswertung von Kommunikationsdaten. Auch eine konsequentere Abschiebung ausländischer Gefährder sei notwendig, wenn sie eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellen.
Im Einzelnen sprach sich Frei nach Angaben des Interviews für ein Bündel von Maßnahmen aus:
- eine engmaschigere Überwachung von Gefährdern,
- strengere Auflagen für gefährliche Personen,
- die Auswertung von Kommunikationsdaten,
- die konsequente Abschiebung ausländischer Gefährder,
- den Einsatz von elektronischen Fußfesseln.
Die beiden BILD-Redakteure Kain und Uhlenbroich hakten nach und wollten wissen, warum die Sicherheitsbehörden nicht bereits vor dem Anschlag eingeschritten seien. Frei räumte ein, dass die Maßnahmen im Vorfeld möglicherweise nicht ausgereicht hätten. Er forderte, die Erkenntnisse der Ermittlungen schnell auszuwerten und daraus Lehren zu ziehen. Die Sicherheit der Bevölkerung habe oberste Priorität.
Frei verlangte zudem, dass die Polizei personell und technisch besser ausgestattet wird. Nur so könnten Gefährder rund um die Uhr überwacht werden. Der Unions-Fraktionschef sprach sich außerdem für eine zentrale Datei aus, in der alle Informationen über Gefährder gebündelt werden. Diese Datei müsse für alle Sicherheitsbehörden in Bund und Ländern zugänglich sein.
Nach dem CSD-Attentat
Der Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin hatte am Tag der Veröffentlichung des Interviews für Entsetzen gesorgt. Der CSD zählt zu den größten queeren Veranstaltungen in Deutschland und steht für Akzeptanz und Vielfalt. Der Gewaltakt überschattete die Parade und löste eine breite gesellschaftliche Debatte aus.
Frei stellte in dem Interview klar, dass der Rechtsstaat auf solche Angriffe entschlossen reagieren müsse. Der härtere Umgang mit Gefährdern sei Teil der Antwort auf den Anschlag. Nach Überzeugung des CDU-Politikers müssen die Sicherheitsbehörden sämtliche rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, um Gefährder zu überwachen und ihre Kontakte zu beobachten. Auch die Zusammenarbeit von Bundespolizei, Landeskriminalämtern und Verfassungsschutz müsse verstärkt werden.
Der Unions-Fraktionschef forderte eine Überprüfung der geltenden Gesetze. Sollten sich Lücken zeigen, müsse der Gesetzgeber nachbessern. Dazu gehöre, dass Gefährder, die nicht abgeschoben werden können, stärker überwacht werden dürfen. Auch der Einsatz von elektronischen Fußfesseln komme in Betracht, um Gefährder besser im Blick zu behalten.
Debatte über Sicherheitspolitik
Die Forderungen von Thorsten Frei dürften die sicherheitspolitische Debatte in den kommenden Tagen prägen. Die Union hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach eine Verschärfung des Umgangs mit Gefährdern verlangt. Die Diskussion darüber wurde nach dem CSD-Attentat neu entfacht. Andere Parteien könnten nun zu den Vorschlägen Stellung beziehen.
Kritiker warnen allerdings davor, Grundrechte einzuschränken, ohne dass die Verhältnismäßigkeit gewahrt sei. Frei hält dieser Haltung entgegen, dass die Sicherheit der Bevölkerung Priorität haben müsse. Aus seiner Sicht reicht es nicht aus, auf Appelle zu setzen. Nötig seien klare Regeln und wirksame Maßnahmen.
Frei dürfte mit seiner Position allerdings nicht allein stehen. Auch innerhalb der Unionsfraktion gibt es seit langem Stimmen, die eine stärkere Überwachung von Gefährdern fordern. Der Anschlag in Berlin könnte nun als Katalysator dafür wirken, dass entsprechende Gesetze schneller beschlossen werden.
Ob die Vorschläge von Thorsten Frei Eingang in ein Gesetzespaket finden, ist offen. Das BILD-Interview mit dem Unions-Fraktionschef sorgte bereits unmittelbar nach der Veröffentlichung für Aufsehen. BILD berichtete am 1. August 2026 um 18:23 Uhr exklusiv über das Gespräch. Die beiden Interviewer Florian Kain und Burkhard Uhlenbroich hatten Frei dabei mit den Konsequenzen aus dem CSD-Anschlag konfrontiert.



