Iran will Atominspektionen wieder zulassen
US-Vizepräsident JD Vance hat nach den Verhandlungen mit dem Iran in der Schweiz erklärt, dass Teheran zugestimmt habe, wieder Atominspektionen zuzulassen. Die Regierung in Teheran habe zudem eingewilligt, Mechanismen für die Verwaltung eingefrorener Vermögenswerte und die Einhaltung von Waffenruhen zu schaffen. Vance nannte auch einen Mechanismus, um die für die Schifffahrt wichtige Straße von Hormus offen zu halten. Die technischen Gespräche sollen in den kommenden Tagen und Wochen fortgesetzt werden. Die Verhandlungen über die Atominspektionen könnten bereits in dieser Woche beginnen, so Vance.
USA und Iran einigen sich auf Fahrplan für Abkommen
Die USA und der Iran einigten sich bei ihren Gesprächen in der Schweiz auf einen Fahrplan für ein endgültiges Abkommen innerhalb von 60 Tagen. Dies geht aus einer gemeinsamen Erklärung der Vermittler Katar und Pakistan hervor. Die Parteien richten demnach einen Ausschuss ein, der die politische Aufsicht über die Vermittlung übernimmt. Zudem vereinbaren sie die Schaffung einer Koordinierungsstelle zur Konfliktvermeidung. Diese soll unter Einbeziehung des Libanon und der Vermittler sicherstellen, dass die Einstellung der militärischen Operationen in dem Land eingehalten wird. Die Gespräche seien in einer positiven und konstruktiven Atmosphäre verlaufen, heißt es in der Erklärung.
Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bleibt eingeschränkt
Trotz Drohungen des Iran, die Straße von Hormus erneut zu schließen, sind am Montag weiterhin ähnlich viele Schiffe wie am Wochenende durch die Meerenge gefahren. Der Schiffsverfolgungsdienst Kpler zählte bis Montag, 13 Uhr (MESZ), bereits die Durchfahrt von 15 Schiffen – ein vergleichbarer Wert wie am Samstag und Sonntag, als über den ganzen Tag gerechnet fast 30 Schiffe die Meerenge passiert hatten. Nach Daten der Plattform MarineTraffic durchquerten zudem fünf weitere Schiffe die Straße von Hormus. Die Zahl der Durchfahrten lag dennoch weiterhin deutlich unter dem Niveau vor dem Beginn des Iran-Kriegs. Nach Angaben des Fachmagazins „Lloyd’s List“ hatten vor dem Kriegsausbruch im Schnitt 120 Schiffe pro Tag die Straße von Hormus durchquert.
„Trotz der Unsicherheit im Zusammenhang mit den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran blieb die Straße von Hormus am Wochenende befahrbar“, schrieb Nikos Pothitakis, Sprecher bei Kpler, am Montag im Onlinedienst X. Viele Schiffe seien jedoch auf die von Teheran genehmigte Route ausgewichen oder hätten bei der Durchfahrt ihre Transponder zur Übertragung ihrer Positionsdaten ausgeschaltet.
Iranische Verhandlungsführer reisen ab, Gespräche gehen weiter
Irans Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghtschi sind von den Verhandlungen mit den USA in der Schweiz auf dem Weg zurück nach Teheran. Nach 18 Stunden intensiver Gespräche seien die beiden nun unterwegs, hieß es in einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. Am Sonntag hatten sich Vertreter der USA, Irans und der Vermittlerstaaten Pakistan und Katar zu Gesprächen in einem Luxusresort in der Nähe von Luzern getroffen. Pakistan sprach zuletzt davon, dass im weiteren Wochenverlauf in kleineren Arbeitsgruppen weiterverhandelt werde. In einem Bericht zur Abreise von Irans Top-Verhandlern hieß es nun ebenfalls, ein weiteres Vorgehen für die kommenden 60 Tage sei vereinbart worden und die Gespräche würden in dieser Woche weitergehen.
Trump droht Iran mit neuen Angriffen
Kurz nach Beginn der Verhandlungen mit dem Iran in der Schweiz hat US-Präsident Donald Trump der Führung in Teheran mit neuen Angriffen gedroht, sollte sie ihre Verbündeten im Libanon nicht unter Kontrolle halten. „Der Iran muss unverzüglich verhindern, dass seine hochbezahlten, an ihn angeschlossenen Gruppen im Libanon Probleme verursachen“, schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Wenn sie das nicht tun, werden wir den Iran erneut sehr hart angreifen, so wie wir es letzte Woche getan haben, wenn nicht noch härter.“
Irans Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf verbat sich solche Drohungen. „Wir schenken amerikanischen Drohungen keine Beachtung“, erklärte Ghalibaf am Sonntag auf X. Er warnte: „Sie täten gut daran, mit ihren Äußerungen vorsichtig zu sein.“ Die Streitkräfte der Islamischen Republik seien „bereit, auf andere Weise darauf zu reagieren“.
Peseschkian pocht auf Recht zur Urananreicherung
Unmittelbar vor Beginn der Verhandlungen mit den USA in der Schweiz hat der Iran auf sein Recht zur Urananreicherung gepocht, zugleich aber erneut ein Streben nach Atomwaffen ausgeschlossen. „Was die USA verlangen, ist, dass der Iran keine Atombombe baut. Das ist nichts Neues, und wir können es auch schriftlich zusichern, dass wir keine Absicht haben, eine Bombe zu bauen“, wurde der iranische Präsident Masud Peseschkian am Sonntag auf seiner Website zitiert. „Wir werden jedoch unser Recht auf Anreicherung nicht aufgeben und die andere Seite wird keine andere Wahl haben, als dieses Recht zu akzeptieren“, fügte er hinzu.
Umfrage: 92 Prozent der Israelis sehen Iran als Kriegssieger
Eine überwältigende Mehrheit von 92 Prozent der Israelis sieht den Iran laut einer Umfrage als Sieger des jüngsten Kriegs in der Region. Rund 83 Prozent waren demnach außerdem überzeugt, dass der Feldzug Israels langfristige Sicherheit geschwächt habe, wie israelische Medien über die Umfrage der Hebräischen Universität in Jerusalem in Zusammenarbeit mit dem Agam-Institut berichteten. 86 Prozent der 3.644 Befragten im Alter ab 17 Jahren bewerteten die Ergebnisse des Kriegs negativ. Die Befragung fand zwischen dem 17. und 20. Juni statt. Weiterhin glauben rund 73 Prozent der Befragten dem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nicht, als er sagte, Israel habe bedeutende Erfolge im Krieg erzielt und eine existenzielle Bedrohung beseitigt.
Syrien plant keinen Militäreinsatz im Libanon
Syrien plant nach Worten von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa weiterhin keinen Militäreinsatz im benachbarten Libanon – trotz wiederholter Andeutungen dazu von US-Präsident Donald Trump. „Wir suchen nach wirtschaftlichen Kanälen zwischen dem Libanon und Syrien, nicht militärischen“, sagte al-Scharaa dem emiratischen TV-Sender Al-Maschhad. Syrien habe viele Mittel für einen „positiven Einfluss“ auf den Libanon, das hänge aber vor allem vom Willen der libanesischen Regierung ab.



