Iranischer Außenminister greift US-Minister an
Nach dem Vorrunden-Aus der iranischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi in den diplomatischen Streit mit der US-Regierung eingeschaltet. Auf der Plattform X reagierte er auf den Jubel von Markwayne Mullin, dem Minister für Innere Sicherheit im Kabinett von US-Präsident Donald Trump.
„Mission erfüllt, Herr Mullin“, schrieb Araghtschi an Mullin gerichtet. „Sie haben noch etwas anderes erreicht: Sie haben der Welt bewiesen, dass Sie nicht in der Lage sind, ein internationales Turnier auszurichten. Ihr Verhalten war ein Paradebeispiel dafür, wie man die Würde verspielt, die mit der Rolle als Gastgeber einhergeht.“ Damit griff der Außenminister eine Linie auf, die zuvor bereits der iranische Fußball-Verband vertreten hatte.
Auslöser: Mullins Jubel über iranisches Aus
Auslöser der Kontroverse war eine Äußerung Mullins zum Ausscheiden der iranischen Mannschaft. „Ich bin einfach nur froh, dass sie fertig sind und dass sie nicht zurückkommen“, hatte der Homeland Security Secretary gesagt. Er sei sehr glücklich gewesen, als sie die Visa der Iraner widerrufen hätten „und ich habe vielleicht auch ein oder zwei Lieder gesungen oder vielleicht sogar einen Freudentanz getanzt“. Diese Aussagen stießen in Teheran auf scharfe Kritik.
Der iranische Fußball-Verband hatte die Äußerungen Mullins bereits zuvor kritisiert, sich aber nicht überrascht gezeigt. „Iraner sind die schlechten Behandlungen und Lügen von US-Offiziellen gewohnt, deshalb ist niemand im Iran überrascht von diesen feindlichen Äußerungen“, hieß es in einem Verbandsstatement.
Einreisebeschränkungen als zusätzlicher Konfliktpunkt
Die iranische Nationalmannschaft musste wegen Einreisebeschränkungen für jedes Spiel aus dem WM-Quartier im mexikanischen Tijuana in die USA einreisen und durfte nur kurz vor und nach den Spielen in den Vereinigten Staaten bleiben. Spieler und Verantwortliche hatten deswegen von einer klaren Benachteiligung gesprochen. Der Iran hatte den Einzug in die K.o.-Runde knapp verpasst.
Der Streit zwischen Iran und USA erreicht damit auch die Regierungsebene. Während Mullin den iranischen Rauswurf bejubelte, wirft Araghtschi den USA vor, ihrer Rolle als Gastgeber nicht gerecht geworden zu sein. Die diplomatischen Verstimmungen könnten die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern weiter belasten.



