Israel belässt Armee in Libanon, Gaza und Syrien trotz US-Druck
Israel belässt Armee in Libanon, Gaza und Syrien

Israel hat die USA nach eigenen Angaben darüber informiert, dass es aus Sicherheitsgründen sein Militär in den Pufferzonen im Libanon, in Syrien und im Gazastreifen belassen werde. Verteidigungsminister Israel Katz habe gegenüber seinem US-Kollegen Pete Hegseth „Israels Entschlossenheit unterstrichen, in den Sicherheitszonen in Syrien, im Gazastreifen und im Libanon zu bleiben, um Israels Grenzen und die grenznahen Ortschaften vor den Bedrohungen durch Dschihadisten-Gruppen zu schützen“, erklärte sein Büro. Den Angaben zufolge telefonierten Katz und Hegseth in der Nacht miteinander. Israels Verteidigungsminister sagte demnach, dass Israel die USA „nie gebeten“ habe, an seinen Grenzen „an unserer Stelle zu agieren“.

Hintergrund der Spannungen mit den USA

Seine Äußerungen erfolgten wenige Tage, nachdem US-Präsident Donald Trump Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Berichten des US-Nachrichtenportals Axios zufolge aufgefordert hatte, die israelischen Streitkräfte aus Syrien und dem Libanon abzuziehen. Unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter hatte Axios berichtet, Trump habe Netanjahu gesagt, der israelische Armeeeinsatz schüre die Spannungen in Syrien. „Sie wollen euch dort nicht haben. Ihr solltet eure Truppen verlegen“, sagte Trump demnach. Das Verhältnis zwischen Trump und Netanjahu ist damit zunehmend angespannt.

Militärische Präsenz in Syrien und Gaza

Nach dem Sturz des langjährigen syrischen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 hatte Israel Truppen in eine von den Vereinten Nationen überwachte Pufferzone im Süden Syriens geschickt, die sie weiterhin als „Sicherheitszone“ besetzt hält. Israel hat erklärt, es strebe eine entmilitarisierte Zone im Süden des Landes an. Im Gazastreifen kontrolliert Israels Armee 60 Prozent des Gebiets. Die israelischen Streitkräfte sind entlang der gesamten Außengrenzen zu Israel und Ägypten präsent. Auch die Bombardierungen in Gaza sollen laut Katz weitergehen.

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Friedensgespräche mit dem Libanon

Der Libanon und Israel führen derzeit direkte Friedensverhandlungen, nachdem die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz den Libanon im März durch Angriffe auf Israel in den regionalen Iran-Krieg hineingezogen hatte. Am Mittwoch beendeten beide Länder laut US-Angaben „nach zwei Tagen produktiver und positiver Gespräche“ ihre fünfte Verhandlungsrunde in Rom. Die Teilnehmer hätten sich auf „die Struktur und die Richtlinien“ für die sogenannten Pilotzonen verständigt, aus denen sich die israelische Armee schrittweise zurückziehen soll. Ziel sei ein umfassendes Abkommen zwischen Israel und dem Libanon.

Hisbollah lehnt Gespräche ab

Die Hisbollah lehnt sowohl ihre Entwaffnung als auch die direkten Gespräche zwischen dem Libanon und Israel vehement ab. Auch der Führung in Teheran sind die direkten Gespräche ein Dorn im Auge. Formell befinden sich Israel und der Libanon seit 1948 im Kriegszustand.

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