Israel meldet Angriff auf Hisbollah-Kämpfer im Libanon – Sieben getötet
Israel meldet Angriff auf Hisbollah – Sieben getötet

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben sieben Kämpfer der proiranischen Hisbollah-Miliz im Süden des Libanon getötet. Die Armee habe „sieben Hisbollah-Terroristen angegriffen und ausgeschaltet, die in der Nähe der Sicherheitszone im Süden des Libanon Waffen transportierten“, teilte die Armee am Freitag mit. Es würden weiterhin Maßnahmen ergriffen, „um Bedrohungen zu beseitigen“.

Hintergrund des Konflikts

Im Libanon bekämpfen sich seit Monaten die israelische Armee und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz. Während die libanesische Regierung Friedensgespräche mit Israel unter Vermittlung der USA führt, lehnt die Hisbollah jeden Dialog ab. Eine unlängst ausgehandelte Waffenruhe wurde vielfach gebrochen. Die Hisbollah hatte den Libanon Anfang März mit Angriffen auf Israel in den Iran-Krieg hineingezogen. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Ziele im Libanon und rückte zudem mit Bodentruppen im Süden des Landes vor.

Iran warnt vor Durchquerung der Straße von Hormus

Der Iran hat vor einer Durchquerung der Straße von Hormus ohne vorherige Abstimmung gewarnt. Eine sichere Passage durch die strategisch wichtige Meerenge könne ohne Koordination mit der Regierung in Teheran nicht garantiert werden, erklärte der stellvertretende Außenminister Kasem Gharibabadi am Freitag auf der Online-Plattform X. Sollte eine solche Absprache ausbleiben, könne dies zur Sperrung ausgewiesener Routen führen. Zuvor hatte das Nachbarland Oman in Absprache mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) temporäre Routen für die Durchfahrt festgelegt.

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Das iranische Außenministerium wies zudem eine gemeinsame Erklärung der USA und des Golf-Kooperationsrates (GCC) zurück. Diese enthalte „interventionistische, unverantwortliche und provokative Standpunkte“, teilte das Ministerium mit. Die US-Militärpräsenz in der Golfregion schüre Unsicherheit und Spaltung. Das Ministerium bekräftigte die Haltung Teherans, wonach die Straße von Hormus gemeinsam vom Iran und dem Oman verwaltet werden sollte. Dies stehe im Einklang mit einer entsprechenden Absichtserklärung, die mit den USA vereinbart wurde. Nach Angaben des Oman soll die Durchfahrt weiterhin gebührenfrei sein.

Hisbollah sieht US-Iran-Abkommen als Niederlage für USA und Israel

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz sieht in der zwischen Teheran und Washington geschlossenen Rahmenvereinbarung eine Niederlage für die USA und Israel. Die beiden Länder hätten versucht, „unsere Existenz zu vernichten“, sagte Hisbollah-Chef Naim Kassem am Freitag in einer Fernsehansprache zum Aschura-Fest. „Wir konnten diese Aggression stoppen und einen großen Sieg erringen“, fügte er hinzu.

„Wir haben die israelisch-amerikanischen Pläne zerschlagen und sind in eine neue Phase eingetreten“, führte Kassem weiter aus. Die vergangene Woche geschlossene Vereinbarung sei „eine offizielle Erklärung der Niederlage Amerikas und Israels“. Die USA und der Iran hatten sich in einem Rahmenabkommen Mitte Juni auf die Beendigung der Kämpfe im Iran-Krieg geeinigt, was auch für den Libanon gelten sollte. Dennoch wurden dort die Gefechte zwischen Israel und der vom Iran finanzierten Hisbollah fortgesetzt.

Aufgrund des Abkommens bleibe der israelischen Armee aber „keine andere Wahl“, als sich bedingungslos aus dem Libanon zurückzuziehen, sagte Kassem. Verhandlungen mit Israel, wie sie die libanesische Regierung derzeit in Washington führt, lehnte Kassem erneut ab. Die Hisbollah werde „keine Normalisierung, keine Aufhebung des Kriegszustands, keine Vorteile für Israel und keine Teilpräsenz auf libanesischem Boden“ akzeptieren. Ein israelischer Regierungssprecher hatte am Donnerstag gesagt, solange die Hisbollah eine Bedrohung sei und nicht entwaffnet werde, würden die israelischen Streitkräfte im Süden des Libanon präsent bleiben.

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Angriff auf Frachtschiff stellt Iran-Deal auf die Probe

Ein mutmaßlich iranischer Drohnenangriff auf ein Frachtschiff in der Straße von Hormus stellt das Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran zur Beendigung des Kriegs und Wiederöffnung der Meerenge auf die Probe. Der Vorfall vor der Küste des Omans ereignete sich wenige Stunden, nachdem Irans Revolutionsgarden gewarnt hatten, dass Durchfahrten nur auf von Teheran festgelegten Routen sicher seien. Daraufhin stoppte die Weltschifffahrtsorganisation IMO vorläufig wieder die Evakuierung von Schiffen rund um die für den Öl- und Düngerhandel wichtigen Meerenge.

Es müsse überprüft werden, „ob die erforderlichen Sicherheitsgarantien für die Schiffe auf unserer Evakuierungsliste und alle Schiffe in der Region weiterhin gegeben sind“, sagte IMO-Generalsekretär Arsenio Dominguez. Das betroffene Schiff habe sich nicht auf Durchfahrt im Rahmen des IMO-Evakuierungsplans befunden. US-Medien zitierten US-Beamte, wonach das unter singapurischer Flagge fahrende Handelsschiff von einer Drohne der Revolutionsgarden – der Elitestreitmacht der Islamischen Republik – getroffen wurde. Die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) teilte mit, ein „unbekanntes Projektil“ habe die Brücke beschädigt. Es gebe keine Verletzten.

Weitere Entwicklungen

Israel hat den Iran vor einem Angriff gewarnt, der einen Abzug aus dem Libanon erzwingen soll. Ein iranischer Angriff auf Israel wäre der „größte Fehler“ der Führung in Teheran, sagte Verteidigungsminister Israel Katz. Ein Kommandeur der zur iranischen Revolutionsgarde gehörenden Al-Kuds-Brigaden hatte am Donnerstag erklärt, falls sich Israel nicht freiwillig aus dem Südlibanon zurückziehe, werde es am Ende geschlagen abziehen müssen.

Die israelischen Streitkräfte werfen libanesischen Staatsmedien zufolge über einer Stadt im Südlibanon Flugblätter ab, mit denen die Bewohner zur Flucht aufgefordert werden. Es ist die erste derartige Anordnung seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz. Die Stadt, deren Name zunächst nicht bekannt wird, liegt nahe der Grenze des von israelischen Truppen besetzten Gebiets im Südlibanon.

Die in Washington stattfindenden Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon über ein Ende des Krieges werden um mindestens einen Tag verlängert. Die Gespräche sollten am Freitag fortgesetzt werden, kündigte das US-Außenministerium an. Eigentlich hätte die am Dienstag begonnene neue Verhandlungsrunde am Donnerstag enden sollen. „Die Gespräche zwischen Israel und dem Libanon dauern an, wir sind weiter vermittelnd tätig“, hieß es in einer kurzen Erklärung.

Frankreich und Italien wollen eine multinationale „Koalition“ ins Leben rufen, um die UNO-Friedenstruppe im Libanon (Unifil) abzulösen, deren Mandat im Dezember ausläuft. Die Mission solle „selbstverständlich in Abstimmung mit der EU und der UNO“ auf den Weg gebracht werden, „um die Souveränität des Libanon und seiner Streitkräfte zu stärken“, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron. Die Mission solle verhindern, dass das libanesische Staatsgebiet „zur Ausgangsbasis für eine regionale Eskalation wird“.

Ein von den USA gesuchter mutmaßlicher Internet-Betrüger, der für die iranischen Revolutionsgarden tätig gewesen sein soll, ist in Montenegro festgenommen worden. Der 39-jährige Mann mit iranischer und türkischer Staatsbürgerschaft soll im Auftrag eines iranischen Unternehmens seit 2013 massive Hackerangriffe auf die Infrastruktur von über 150 Universitäten in den USA durchgeführt haben. Dabei soll er einen Schaden von schätzungsweise 3,4 Milliarden US-Dollar (3 Mrd. Euro) verursacht haben.