Italien: Novum bei Nationaltrainer? Ausländer möglich nach WM-Desaster
Italien: Novum bei Nationaltrainer? Ausländer möglich

Der neue Chef des italienischen Fußballverbands (FIGC), Giovanni Malagò, hat die Möglichkeit eines ausländischen Nationaltrainers erstmals offen gelassen. Auf die Frage der Zeitung „La Repubblica“, ob ein Coach von außerhalb Italiens für die Squadra Azzurra infrage komme, antwortete der 67-jährige Sportfunktionär: „Man soll niemals nie sagen.“ Damit deutete er eine historische Wende an, denn in der über 100-jährigen Geschichte der Nationalmannschaft gab es noch nie einen ausländischen Cheftrainer.

Malagò als neuer Verbandschef nach WM-Blamage

Malagò wurde am Montag auf der FIGC-Mitgliederversammlung zum Präsidenten gewählt. Er soll den italienischen Fußball nach dem erneuten Scheitern in der WM-Qualifikation wieder auf Kurs bringen. Die Azzurri waren im März gegen Bosnien-Herzegowina ausgeschieden und hatten damit die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2026 verpasst. Dieses Desaster führte zu einem radikalen Umbruch: Verbandspräsident Gabriele Gravina, Nationaltrainer Gennaro Gattuso und Teamkoordinator Gianluigi Buffon mussten ihre Posten räumen.

Ausländischer Coach als Novum

Ein ausländischer Cheftrainer wäre eine Premiere für die italienische Nationalmannschaft. Zwar gab es in den 1950er Jahren mit dem Ungarn Lajos Czeizler eine Art technischen Leiter, aber nie einen offiziellen Nationalcoach aus dem Ausland. Malagò betonte jedoch, dass er noch keine konkreten Gespräche geführt habe. „Ich habe mit niemandem gesprochen, auch nicht mit Roberto Mancini“, sagte er mit Blick auf den ehemaligen Nationaltrainer, der von 2018 bis 2023 im Amt war und in Medien als möglicher Kandidat gehandelt wird.

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Mancini als Kandidat?

Roberto Mancini, der Italien 2021 zum EM-Titel führte, gilt laut italienischen Medien als einer der Favoriten für die Rückkehr auf die Trainerbank. Malagò wollte sich dazu nicht konkret äußern. Der Verbandschef steht vor der schwierigen Aufgabe, einen geeigneten Nachfolger zu finden, der das Team aus der Krise führen kann. Die Nationalmannschaft steckt in einer tiefen Krise: Nach dem WM-Titel 2006 verpasste sie bereits die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 und nun auch 2026.

Auswirkungen auf den italienischen Fußball

Die Entscheidung über den neuen Trainer wird richtungsweisend für den italienischen Fußball sein. Ein ausländischer Coach könnte neue taktische Impulse bringen, aber auch auf Widerstand in der traditionsbewussten italienischen Fußballkultur stoßen. Malagò betonte, dass alle Optionen offen seien. „Wir werden in Ruhe prüfen, was das Beste für die Nazionale ist“, sagte er. Die Suche nach einem neuen Nationaltrainer hat höchste Priorität, denn die EM 2028 steht bereits vor der Tür.

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