Die kanadische Regierung hat die geplante gemeinsame Eröffnungsfeier für die Gordie-Howe-Brücke zwischen Windsor (Ontario) und Detroit (Michigan) abgesagt. Grund sind die neuen US-Zölle auf kanadische Waren, die US-Präsident Donald Trump am Montag verhängt hatte. Stattdessen werde der Meilenstein am Freitag bei einer rein kanadischen Zeremonie gefeiert, teilte Infrastrukturminister Gregor Robertson mit.
Brücke kostete 4,7 Milliarden Dollar – vollständig von Kanada finanziert
Die Hängebrücke, die rund 4,7 Milliarden Dollar (etwa vier Milliarden Euro) kostete, wurde komplett von Kanada finanziert. Eigentlich sollte sie gemeinsam der kanadischen Regierung und dem Bundesstaat Michigan gehören. US-Präsident Trump hatte jedoch im Februar gedroht, die Eröffnung zu blockieren, und gefordert, dass die USA „mindestens zur Hälfte“ Eigentümer sein sollten. Die Brücke war ursprünglich für Mitte Juni geplant, dann auf Ende Juli verschoben worden.
Neue US-Zölle treffen Wein, Hockeyschläger und Zement
Das Weiße Haus gab am Montag bekannt, dass Trump Zölle von 50 Prozent auf eine Reihe kanadischer Waren verhängt habe. Grund sei die „diskriminierende Behandlung“ von US-Alkohol-, Automobil- und Molkereiprodukten durch Kanada. Die Zölle sollen in 30 Tagen in Kraft treten und betreffen unter anderem Wein, Hockeyschläger und Zement aus Kanada. „Angesichts der von den USA Anfang dieser Woche angedrohten Handelsmaßnahmen wäre es unangemessen, eine feierliche Veranstaltung zwischen den beiden Ländern abzuhalten“, erklärte Minister Robertson.
Brücke nach Eishockey-Legende benannt
Die Brücke trägt den Namen des verstorbenen kanadischen Eishockey-Spielers Gordie Howe, der viele Jahre für die Detroit Red Wings spielte. Sie soll am Montag für den Verkehr freigegeben werden. Der Konflikt zwischen den USA und Kanada hat sich unter Trump massiv verschärft. Die kanadische Regierung betont, dass die Brücke allein von Kanada finanziert wurde und eine gemeinsame Eröffnung unter den aktuellen Umständen nicht angemessen sei.



