Die italienische Großbank Unicredit hat bei Vorlage ihrer Quartalszahlen die möglichen finanziellen Effekte einer Commerzbank-Übernahme skizziert. „Die Commerzbank entwickelt sich von einer attraktiven Finanzbeteiligung zu einer strategischen Transaktion mit erheblicher industrieller Wertschöpfung“, teilte Unicredit am Donnerstag mit. „Wir erwarten, Kapital insgesamt zu einer Rendite auf das zugewiesene Kapital von 15 Prozent einzusetzen.“
Damit würden sich für Unicredit die Wachstumskurve, Ausschüttungen und Kennzahlen je Aktie weiter verbessern, heißt es weiter bei der Bank aus Mailand. Die Transaktion solle „2026 bis 2028 zu einem zweistelligen Wachstum des Nettoergebnisses führen und zusätzlich zum bereits zweistelligen Wachstum des Gewinns je Aktie und der Dividende der Aktie“ beitragen.
Unicredit hält bereits 49,5 Prozent der Commerzbank-Anteile
Unicredit hatte Anfang Juli ihr öffentliches Übernahmeangebot abgeschlossen und besitzt nun knapp die Hälfte aller Commerzbank-Anteile. Deshalb gilt der Erfolg einer Übernahme unter Fachleuten mittlerweile als unausweichlich. Ob Unicredit den aktuellen Aktienanteil, den sie mit 49,5 Prozent beziffert, weiter steigern will, geht aus der Präsentation nicht hervor.
Die Kontrolle kann das Institut de facto auch so ausüben. Unicredit geht davon aus, die nötigen Genehmigungen womöglich bereits im vierten Quartal dieses Jahres zu erhalten, wie die Präsentation zu den Quartalszahlen zeigt. Dort spricht die Großbank nun erstmals offiziell davon, die Kontrolle zu übernehmen und „eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen, falls nötig“.
Verzicht auf Aktienrückkauf zugunsten des Commerzbank-Engagements
Im Zuge der Übernahmepläne verzichtet Unicredit auf ihren geplanten Aktienrückkauf. Das Commerzbank-Engagement sei profitabler, so die Bank. Das Gewinnziel hebt das Mailänder Institut an. Die Transaktion soll das Nettoergebnis von 2026 bis 2028 zweistellig wachsen lassen und zusätzlich zum bereits zweistelligen Wachstum des Gewinns je Aktie und der Dividende beitragen.
Unicredit betont, dass die Übernahme strategisch sei und erhebliche industrielle Wertschöpfung biete. Die Rendite auf das zugewiesene Kapital von 15 Prozent unterstreiche die Attraktivität des Deals. Die Bank erwartet, dass die Kontrolle über die Commerzbank die eigenen Kennzahlen weiter verbessern wird.
Analysten sehen die Übernahme als logischen Schritt, da Unicredit bereits knapp die Hälfte der Anteile hält. Die offizielle Genehmigung wird noch im vierten Quartal 2026 erwartet. Die außerordentliche Hauptversammlung könnte dann die finale Zustimmung bringen.



