Irans oberster Führer Khamenei nach Trauerfeier beerdigt
Khamenei nach Trauerfeier beerdigt

Mehr als vier Monate nach seiner Tötung durch einen israelischen Luftangriff ist Irans früherer oberster Führer Ajatollah Ali Khamenei beerdigt worden. Die Bestattung fand im Imam-Reza-Schrein seiner Heimatstadt Maschhad im Nordosten des Landes unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, wie mehrere iranische Medien in der Nacht übereinstimmend berichteten. Die staatlich organisierten Trauerzeremonien dauerten fast eine Woche und erstreckten sich sowohl über Iran als auch den benachbarten Irak.

Hintergrund: Khameneis Tod und die Folgen

Khamenei war am 28. Februar durch einen israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz in Teheran getötet worden. Dies führte zu einem mehr als fünfwöchigen Krieg zwischen den USA und Israel gegen Iran, der Anfang April mit einer Waffenruhe endete. Trotz der Waffenruhe und einem Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges kam es auch danach mehrfach zu gegenseitigen Angriffen. Zum neuen Staatsoberhaupt wurde Khameneis Sohn Mojtaba ernannt, der öffentlich jedoch seither nicht auftrat.

Trauerzeremonien mit Millionen Teilnehmern

An den tagelangen Trauerzeremonien nahmen nach staatlichen Angaben in Iran Millionen Menschen teil. Als oberster Führer hatte Khamenei in der Islamischen Republik das letzte Wort in allen zentralen Fragen. Zugleich war der schiitische Ajatollah die höchste religiöse Autorität des Staates. Über Jahrzehnte galt Khamenei als unantastbar.

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Verehrung und Ablehnung in der Bevölkerung

Seine Anhänger verehren ihn als Märtyrer, der ihrer Ansicht nach im Widerstand gegen einen militärisch weit überlegenen Feind gefallen ist. Ein großer Teil der rund 86 Millionen Einwohner im Land dürfte der Staatstrauer jedoch gleichgültig oder ablehnend gegenüberstehen. Innenpolitisch setzte Khameneis Staat auf Kontrolle und Repressionen, Kritik wurde nicht geduldet. Bei den jüngsten Protestwellen riefen Demonstranten immer wieder: „Tod dem Diktator“.

Machtverschiebung nach Khameneis Tod

Unter Khamenei hatten sich die Revolutionswächter zur führenden Streitmacht des Landes entwickelt. Nach seinem Tod sortiert sich das Machtgefüge neu. Inzwischen sind vor allem Vertreter der mächtigen Wächter in wichtige politische Positionen aufgestiegen. Die politische Zukunft Irans bleibt ungewiss.

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