Sebastian Kurz: Comeback mit FPÖ-Hilfe? Gerüchte verdichten sich
Kurz-Comeback mit FPÖ? Gerüchte nehmen zu

Sebastian Kurz, der ehemalige österreichische Bundeskanzler, strebt offenbar eine Rückkehr in die Politik an – und zwar mit Hilfe der rechtspopulistischen FPÖ. In Wien halten sich hartnäckig Gerüchte, dass Kurz und FPÖ-Chef Herbert Kickl eine gemeinsame Strategie verfolgen. Kickl selbst bestätigte in einem Interview Kontakte zu Kurz‘ Umfeld. Ein Treffen Anfang Juni war nach Informationen des Magazins „Profil“ mehr als ein bloßes Versöhnungstreffen. Unstimmigkeiten zwischen den beiden sollen bereits viel früher ausgeräumt worden sein, wie SPIEGEL und „Standard“ erfuhren.

Kurz und Kickl: Von Feinden zu Verbündeten?

Die Vorstellung einer Zusammenarbeit mag absurd erscheinen, galten Kurz und Kickl doch seit der Ibiza-Affäre 2019 als verfeindet. Damals sorgte Kurz für die Entlassung Kickls als Innenminister. Wenig später stürzte Kickl Kurz im Parlament als Kanzler. Noch heute kokettieren FPÖ-Anhänger mit Aufklebern, auf denen „Kurz muss weg“ steht. Dennoch mehren sich Indizien für eine Annäherung. Personen aus und außerhalb der ÖVP, der konservativen Partei von Kurz, berichten von einer gemeinsamen Idee. „Er will unbedingt zurück in die Politik“, sagen mehrere seiner Parteifreunde.

In Interviews redet Kurz das Treffen mit Kickl klein. Als politischer Mensch pflege er Kontakte, der Austausch habe keinerlei strategische Bedeutung. Aus der FPÖ heißt es auf Anfrage: „Wenn es etwas zu sagen gäbe, hätte Herbert Kickl eine Pressekonferenz gemacht.“

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Kurswechsel: Kurz positioniert sich FPÖ-kompatibel

Kurz selbst hat das Ende der ÖVP-FPÖ-Koalition öffentlich bedauert. Er äußerte Sätze wie: „Mit der FPÖ war es die beste Zeit.“ Zudem spricht er sich gegen Migration aus und kritisiert die EU – Positionen, die ihn für die FPÖ attraktiv machen. Sollte Kurz tatsächlich zurückkehren, dürfte er wohl weniger auf das Kanzleramt zielen, da Kickl selbst Anspruch auf den Ballhausplatz erhebt. Umfragen sehen die FPÖ zwar vorn, aber deutlich von einer absoluten Mehrheit entfernt. Die ÖVP unter Kanzler Christian Stocker steht als Juniorpartnerin wohl nicht bereit.

Eigene Partei oder Außenministerposten?

In der ÖVP gibt es großen Widerstand gegen eine Rückkehr von Kurz. Seine Unterstützer streuen daher Gerüchte, Kurz könne eine eigene Partei gründen – eine Kraft, die der FPÖ die Mehrheit für eine rechte Koalition bescheren und Kurz das Amt des Außenministers einbringen könnte. Die Finanzierung wäre gesichert: Kurz ist reich, und sein Thinktank „Global Shift Institute“ könnte als Vehikel dienen, um Gelder zu sammeln. Ob Kurz bereit wäre, unter Kanzler Kickl als Minister zu dienen, oder ob er eine Kandidatur bei der Bundespräsidentenwahl 2028 erwägt, wie „Profil“ andeutete, bleibt offen. SPIEGEL und „Standard“ schickten Fragen an Kurz, erhielten jedoch keine Antworten.

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