Kyjiw: Zahl der Toten nach russischem Großangriff steigt auf 30
Kyjiw: Todesopfer nach russischem Angriff auf 30 gestiegen

Nach dem schweren russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw am Donnerstag ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 30 gestiegen. Drei weitere Leichen seien aus den Trümmern geborgen worden, teilte der ukrainische Katastrophenschutz am Freitag mit. Zudem wurden den Behörden zufolge mehr als 90 Menschen verletzt. Laut dem Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, suchen Rettungskräfte in den Trümmern weiter nach Vermissten, weshalb die Opferzahl noch steigen könnte.

Angriff auf Kyjiw: Schwerster Beschuss des Jahres

Russland hatte in den frühen Morgenstunden am Donnerstag Hunderte Drohnen und Dutzende Raketen auf Kyjiw abgefeuert. Dabei wurden rund 130 Gebäude beschädigt. Es war der folgenschwerste Angriff auf die ukrainische Hauptstadt in diesem Jahr. (Reuters)

Verlag: 800.000 Bücher bei russischem Angriff auf Kyjiw verbrannt

Bei den jüngsten russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw sind nach Angaben eines Verlages etwa 800.000 Bücher verbrannt. Das Hauptlagerhaus seines Logistikpartners sei zerstört worden, teilte der Verlag BookChef Publishing am Donnerstag im Onlinedienst Telegram mit. Dabei sei der größte Teil der Auflage verbrannt. Mitarbeiter seien aber nicht zu Schaden gekommen. BookChef Publishing ist einer der größten Verlage der Ukraine und hat etwa 700 Titel im Programm. Zu seinen Autoren zählen neben George Orwell und Michelle und Barack Obama auch Yuval Noah Harari, Matthew McConaughey, Will Smith und Charles Bukowski. (AFP)

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Ukraine meldet weitere Opfer bei nächtlichen russischen Angriffen

Bei nächtlichen russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. In der Grenzregion Sumy seien zwei Menschen gestorben und eine Person verletzt worden, als russische Drohnen ein Privathaus trafen, teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, am frühen Morgen auf Telegram mit. In der zentralukrainischen Stadt Krywyj Rih wurden bei einem Raketenangriff auf ein dicht bebautes Stadtgebiet sieben Menschen verletzt, wie der Leiter des städtischen Verteidigungsrates, Oleksandr Wilkul, erklärte. (Reuters)

Selenskyj droht Putin mit Vergeltung

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Vergeltung für den massiven russischen Angriff auf Kyjiw mit mehr als 20 Toten angekündigt. „Wir sind für einen gerechten Frieden, eine gerechte Beendigung des Kriegs, und solange es das nicht gibt, für gerechte Reaktionen“, sagte er Journalisten an einem der Einschlagsorte in der Hauptstadt. Russland hat die Ukraine in der Nacht zum Donnerstag erneut mit Luftangriffen mit Drohnen und Raketen überzogen. Hauptziel war die Hauptstadt Kyjiw, wo in der Folge mehr als 20 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt wurden. Mehrere Wohnhäuser wurden teilweise oder vollständig zerstört. (Reuters)

Selenskyj drängt auf eigene Produktion für Patriot-Raketen

Nach dem massiven russischen Angriff mit mehr als 20 Toten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew drängt Präsident Wolodymyr Selenskyj auf eine eigene Produktionsstätte für Patriot-Raketen. Um wirklich Leben schützen zu können, brauche die Ukraine eine eigene Produktion, sagte Selenskyj in einer abendlichen Videobotschaft. Er sprach von einer europäischen Produktion in der Ukraine oder mit Partnern gemeinsam und stellte den USA in diesem Fall auch Unterstützung bei Einsätzen in Aussicht. (dpa)

Kamerun streicht 39 Tanker aus Schiffsregister

Wegen eines härteren Vorgehens der EU gegen die russische Schattenflotte streicht Kamerun 39 Tanker aus seinem Schiffsregister. Die Regierung des Landes teilte mit, ihre Flagge werde missbräuchlich verwendet. Moskau verurteilt das Vorgehen der EU. Brüssel bereitet für Mitte Juli weitere Sanktionen vor, die sich gegen die Schattenflotte richten. Die EU-Marinemission IRINI kann seit Anfang Juni Schiffe im Mittelmeer anhalten und durchsuchen, die im Verdacht stehen, unter Umgehung von Sanktionen russisches Öl zu transportieren. Russland nutzt für die Transporte eine sogenannte „Schattenflotte“ aus älteren Schiffen, die oft unter der Flagge anderer Staaten wie Kamerun fahren, um ihre Herkunft zu verschleiern. (Reuters)

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Russische Drohnen spionierten monatelang in Europa

Drohnen über Flughäfen, Militärbasen und sogar Einrichtungen der nuklearen Teilhabe: Der Analyse einer britischen Denkfabrik zufolge hat Russland ein Dutzend Nato-Staaten über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren weitgehend unbehelligt mit einer Drohnenkampagne überzogen. Gestartet wurden die unbemannten Flugobjekte demnach von Tankern der russischen Schattenflotte, Frachtern in Küstennähe und kleineren Wasserfahrzeugen. In dem Bericht des International Institute for Strategic Studies (IISS) werden 144 Vorfälle in 13 Ländern zwischen August 2024 und Februar 2026 beleuchtet. Obwohl nicht jeder einzelne Vorfall von Moskau ausgegangen sein dürfte, sehen die Experten ein klares Muster, heißt es in einer Mitteilung zu der Analyse. Offiziell bestätigt habe das bisher aber keine westliche Regierung. Hintergrund für die Kampagne dürfte demnach unter anderem eine russische Spionagetätigkeit sein, die seit dem Beginn des Kriegs in der Ukraine und der Ausweisung vieler russischer Diplomaten stärker auf von Drohnen gesammelte Informationen angewiesen ist. Es sei auch darum gegangen, die Reaktionsfähigkeit der Nato-Staaten zu testen. Dem Bericht zufolge zeigte die Kampagne deutliche Schwächen in der europäischen Flugabwehr auf, die noch immer auf herkömmliche Bedrohungen ausgerichtet sei. Deutschland war dem Bericht zufolge mit 58 Ereignissen am stärksten betroffen, einschließlich mit sechs ungeklärten Vorfällen über dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein, sowie den Bundeswehr-Standorten in Manching und Neuburg an der Donau. Mit 25 Vorfällen an zweiter Stelle steht Belgien, wo unter anderem die Luftwaffenbasis Kleine-Brogel zum Ziel geworden sei, an der Atomwaffen untergebracht sind. Knapp die Hälfte der Vorfälle ereignete sich dem Bericht zufolge an militärischen Einrichtungen und knapp 20 Prozent an zivilen Flughäfen, von denen viele ihren Betrieb vorübergehend einstellen mussten. Gut ein Viertel betraf kritische Infrastruktur wie Häfen, Energieanlagen und Industriestandorte. (dpa)

Nach Angriff auf Kyjiw auch Energieanlagen beschädigt

Bei dem massiven russischen Angriff auf Kyjiw sind auch Energieanlagen des Versorgers DTEK beschädigt worden. Ein Teil der Bewohner der Hauptstadt ist deshalb weiter ohne Strom. Das teilte DTEK auf Telegram mit. Nach Angaben des Unternehmens fuhren Reparaturteams zu den Einschlagorten, sobald dies möglich war. Die Energieversorger arbeiteten daran, die Stromversorgung so schnell wie möglich wiederherzustellen. „Wir danken der Luftabwehr und den Rettungskräften des Katastrophenschutzes. Wir arbeiten Seite an Seite. Der Kampf um das Licht geht weiter“, hieß es in der Mitteilung. (Valeriia Semeniuk)