Die schwere Wirtschaftskrise in Kuba hat am Tag der Arbeit zahlreiche Menschen auf die Straße getrieben, um gegen das US-Embargo zu demonstrieren. Kurz danach erhöhte die US-Regierung den Druck. Präsident Donald Trump erließ am Freitagabend weitere Sanktionen gegen Regierungs- und Wirtschaftsvertreter des sozialistischen Inselstaats.
Neue Sanktionen gegen Kuba
Die Strafmaßnahmen richten sich gegen Personen, die sich in Kuba schwerer Menschenrechtsverletzungen oder der Korruption schuldig gemacht haben. Zudem sind nun auch Verantwortliche aus dem Energie-, Verteidigungs- und Rohstoffsektor, im Metall- und Bergbau, im Finanzdienstleistungssektor sowie im Sicherheitssektor der kubanischen Wirtschaft betroffen. Den Betroffenen wird unter anderem die Einreise in die USA verboten. Trump drohte außerdem mit Sanktionen gegen Banken und andere Finanzdienstleister weltweit, die mit diesen Kubanern zusammenarbeiten.
Massendemo in Havanna
Nur wenige Stunden vor der Ankündigung der neuen Sanktionen hatten Hunderttausende Kubaner in der Hauptstadt Havanna gegen das US-Embargo und die Drohungen der Trump-Regierung protestiert. An der Kundgebung vor der US-Botschaft nahmen nach Regierungsangaben mehr als 500.000 Menschen teil, darunter Präsident Miguel Díaz-Canel und der frühere Staatschef Raúl Castro.
Osnay Miguel Colina Rodríguez von der Zentralgewerkschaft der Arbeiter Kubas (CTC) sagte laut einem Bericht der kommunistischen Parteizeitung Granma: Unsere Feinde haben alles versucht und ausprobiert. Sie dachten, sie würden uns niedergeschlagen und resigniert vorfinden, doch wir stehen entschlossen und standhaft da, haben den Fuß fest im Steigbügel und kämpfen weiter. Präsident Díaz-Canel schrieb auf der Plattform X: Gemeinsam und geschlossen fordern wir Frieden und bekräftigen unsere Bereitschaft zum Dialog ohne Vorbedingungen. Hier hat Angst keinen Platz.
Wirtschaftskrise und Energieknappheit
Kuba leidet unter der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Verschärft wird die Lage durch massive Energieknappheit, weil die US-Regierung seit Januar eine Ölblockade gegen den Inselstaat verhängt hat. Immer wieder fällt stundenlang der Strom aus, es mangelt an Treibstoff, Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs. Trump hatte zuletzt mehrfach mit schärferem Vorgehen gegen Kuba gedroht und offen von einer möglichen Übernahme gesprochen.



