Kanzler und Bundestrainer: Eine Frage der Nähe
Bundeskanzler Friedrich Merz hat der deutschen Nationalmannschaft und Bundestrainer Julian Nagelsmann vor dem anstehenden Turnier alles Gute gewünscht. Doch zwischen dem CDU-Politiker und dem 38-jährigen Coach herrscht Distanz. Ganz anders war das in der Vergangenheit, insbesondere zwischen Helmut Kohl und Berti Vogts. Eine nostalgische Rückschau.
Die Ära Kohl und Vogts
Helmut Kohl und Berti Vogts verband eine tiefe Männerfreundschaft. Der Kanzler und der Bundestrainer trafen sich regelmäßig, telefonierten oft und unterstützten sich gegenseitig. Vor der Weltmeisterschaft 1998 war Kohl bei Vogts zu Besuch, die beiden lachten und diskutierten über Fußball und Politik. Diese Nähe sucht man heute vergebens.
Merz und Nagelsmann hingegen sind sich fremd. Der Kanzler schickte zwar Glückwünsche, aber ein persönliches Verhältnis besteht nicht. Nagelsmann, der erst seit kurzem im Amt ist, hat andere Prioritäten. Die Zeiten, in denen Kanzler und Bundestrainer enge Vertraute waren, scheinen vorbei.
Warum die Distanz?
Die Gründe für die Distanz sind vielfältig. Zum einen ist Nagelsmann ein Vertreter einer neuen Generation, die weniger Wert auf politische Seilschaften legt. Zum anderen hat Merz als Kanzler andere Herausforderungen zu bewältigen. Die Freundschaft zwischen Kohl und Vogts war auch ein Produkt ihrer Zeit – einer Ära, in der persönliche Beziehungen in der Politik eine größere Rolle spielten.
Ob die deutsche Nationalmannschaft dennoch erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Die Spieler sind motiviert, der Trainer fokussiert. Doch die fehlende Nähe zum Kanzler könnte symbolisch für eine neue Distanz zwischen Politik und Sport stehen.



