Der moldauische Ministerpräsident Alexandru Munteanu ist überraschend zurückgetreten. Mit seinem Rücktritt muss auch die gesamte Regierung abtreten. Seine Begründung für diesen Schritt blieb vage. „Heute endet meine Amtszeit als Ministerpräsident“, erklärte er am Freitag auf der Plattform X. „In dem Moment, als mir klar wurde, dass ich mein Mandat nicht mehr in Übereinstimmung mit meinen Prinzipien und Überzeugungen ausüben kann, habe ich mich für den Rücktritt entschieden.“ Präsidentin Maia Sandu teilte mit, Munteanu werde das Amt bis zur Ernennung eines Nachfolgers weiterführen.
Herausforderung für die pro-europäische Regierung
Der Schritt ist eine Herausforderung für Präsidentin Sandu und ihre pro-europäische Regierungspartei Aktion und Solidarität (PAS). Die PAS hatte bei der Parlamentswahl im September 2025 einen klaren Sieg gegen ein pro-russisches Bündnis errungen und damit ein Mandat zur Fortsetzung des EU-Beitrittskurses erhalten. Munteanu wurde im November 2025 zum Regierungschef ernannt.
Sandu kündigte an, in der kommenden Woche Gespräche mit den Parlamentsfraktionen aufzunehmen, um rasch einen neuen Kandidaten für das Amt zu benennen. Die Republik Moldau, die zwischen der Ukraine und dem EU-Mitglied Rumänien liegt, hat den Status eines EU-Beitrittskandidaten. Das Land mit einer rumänischsprachigen Mehrheit ist politisch seit langem zwischen pro-europäischen und pro-russischen Kräften zerrissen.
EU-Beitrittsverhandlungen beginnen am Montag
Der Rücktritt erfolgt zu einem kritischen Zeitpunkt: Die EU beginnt am kommenden Montag offiziell die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau. Munteanus zentrales politisches Ziel war der Beitritt Moldaus in die EU. Sein Rücktritt könnte nun die politischen Spannungen mit pro-russischen Kräften verstärken und den Reformprozess verzögern.



