Moldauer in München festgenommen: Drohne über Rüstungsfirma ausgespäht
Moldauer in München: Drohne über Rüstungsfirma ausgespäht

In München ist ein 37-jähriger Mann aus Moldau unter Spionageverdacht festgenommen worden. Er soll am Mittwochabend eine Drohne über das Firmengelände eines deutschen Rüstungsunternehmens gesteuert haben. Die Generalstaatsanwaltschaft München teilte mit, dass der Verdacht bestehe, er habe sicherheitsrelevante Bilder und Videos über Angelegenheiten der Landesverteidigung aufgenommen, um sie an eine ausländische Stelle oder eine verbotene Gruppe weiterzugeben.

Festnahme nach Hinweisen aus der Bevölkerung

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurde die Drohne am Abend des 17. Juli 2026 gesichtet. Aufgrund von Hinweisen aus der Bevölkerung konnte die Polizei den Mann wenig später in der Nähe des Tatorts vorläufig festnehmen. Der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht erließ Haftbefehl wegen Spionageverdachts. Der Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft. Weitere Details zu den Ermittlungen nannte die Behörde mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht.

Wachsende Gefahr durch Drohnenspionage

Erst im Juni hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz Unternehmen in Deutschland vor der zunehmenden Gefahr von Drohnenspionage und -sabotage gewarnt. Die Behörde erklärte, dass sich die Drohnentechnologie mit enormem Tempo weiterentwickle. Drohnen würden stetig kleiner, unauffälliger und präziser. Kameras verfügten über eine immer höhere Auflösung, und Künstliche Intelligenz eröffne zusätzliche Möglichkeiten, etwa bei der Bildauswertung.

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Besonders im Fokus ausländischer Geheimdienste stehen laut Verfassungsschutz militärische Objekte aller Art, Logistikrouten, Gewerbegebiete und Industrieanlagen sowie kritische Infrastrukturen wie Energie- und Wasserversorgung oder Kommunikationsnetze.

Serie von Spionagefällen in Deutschland

In den vergangenen Monaten sind immer wieder mutmaßliche Spione gefasst worden. Im Mai 2026 ließ die Bundesanwaltschaft ein Ehepaar festnehmen, das für China spioniert haben soll. Der Mann und die Frau sollen Informationen über militärisch nutzbare Technologie ausgekundschaftet haben. Für einen chinesischen Geheimdienst sollen sie Daten aus der Luft- und Raumfahrttechnik und dem Bereich Künstliche Intelligenz gesammelt haben.

Bereits Ende April 2026 war in Berlin ein Kasache festgenommen worden, der einem russischen Geheimdienst Informationen über die deutsche Rüstungsindustrie übermittelt haben soll – insbesondere zu Unternehmen, die Drohnen und Roboter entwickeln.

Weitere Festnahmen im Frühjahr 2026

Ende März wurde in Nordrhein-Westfalen ein Ukrainer festgenommen. Er soll einen Mann ausgespäht haben, der für die Ukraine gegen Russland kämpfte. Wenige Tage zuvor war ebenfalls in Nordrhein-Westfalen eine Rumänin festgenommen worden, die zusammen mit einem Komplizen in russischem Auftrag in Deutschland einen Unternehmer ausgespäht haben soll. Der mutmaßliche Komplize, ein Ukrainer, hatte sich nach Spanien abgesetzt und wurde dort gefasst.

Bereits im Januar 2026 wurde eine Deutsch-Ukrainerin festgenommen, die jahrelang für Russland spioniert haben soll. Unter anderem besteht der Verdacht, dass sie Hintergrundinformationen über Teilnehmer hochkarätiger politischer Veranstaltungen zusammenstellte. Außerdem soll sie Erkundigungen über Standorte der Rüstungsindustrie, Drohnentests und geplante Lieferungen von Drohnen an die Ukraine eingeholt haben, wie die Bundesanwaltschaft nach der Festnahme mitteilte.

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