Moskau droht Ukraine-Schutztruppe: Übungen starten, Deutschland macht mit
Moskau droht Ukraine-Schutztruppe: Übungen starten

Russland hat die geplante multinationale Schutztruppe für die Ukraine als illegitim und als militärisches Ziel eingestuft. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte am Mittwoch vor Journalisten: „Die Entsendung jeglicher militärischer Kontingente aus Ländern der sogenannten ‚Koalition der Willigen‘ in die Ukraine ist für unser Land inakzeptabel.“ Sie fügte hinzu: „Das käme de facto einer ausländischen Intervention und einer Eskalation der Bedrohungen für die Sicherheit Russlands gleich. Wir würden solche Einheiten als legitime militärische Ziele betrachten.“

Koalition der Willigen startet erste Übungen in Polen

Erst am Montag hatten sich die Ukraine-Verbündeten der „Koalition der Willigen“ bei einem Treffen in Paris darauf geeinigt, zeitnah die ersten Übungen einer multinationalen Truppe aufzunehmen. Diese soll zur Unterstützung der Ukraine im Fall eines Waffenstillstands mit Russland aufgebaut werden. Die ersten Manöver sollen in Polen stattfinden, einem der Nachbarländer der Ukraine. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk kündigte die Übungen an und betonte, man wolle sich auf „konkrete Sicherheitsgarantien für die Ukraine, aber auch für die Region vorbereiten“. Als weitere Teilnehmerstaaten nannte Tusk Frankreich und Großbritannien.

Deutschland schwenkt um: Beteiligung an Manöver

Deutschland zeigte sich zunächst zurückhaltend. Am Dienstag hieß es aus Regierungskreisen noch, dass Deutschland sich nicht beteiligen werde. Doch am Mittwoch verkündete Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge den Kurswechsel: „Deutschland wird sich an diesem Manöver beteiligen. Die Bundesregierung prüft, wie diese Beteiligung aussehen wird.“ In einer geplanten Sitzung des deutsch-französischen Sicherheits- und Verteidigungsrats solle darüber beraten werden. Am Freitag tagt dieser Rat auf dem Luftwaffenstützpunkt Nörvenich, unmittelbar vor einer Tagung des Ministerrats beider Länder in Brühl bei Köln, an der neben Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zahlreiche Minister teilnehmen.

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Stabsrahmenübung testet Führungsstrukturen

Es soll sich Tusk zufolge um eine kleinere Übung handeln, bei der zunächst Führungsstrukturen und Entscheidungswege getestet werden. Bei solchen Stabsrahmenübungen geht es vor allem darum, Entscheidungsfindungen und -koordinationen oder Truppenverlegungen zu trainieren – meist ohne dass militärisches Gerät oder Soldaten im Gelände bewegt werden. Die Bildung der multinationalen Truppe unter europäischer Führung zur Absicherung eines möglichen Waffenstillstands war im Dezember auf einem Ukraine-Gipfel in Berlin beschlossen worden. Macron hatte am Montag davon gesprochen, dass die Truppe bereits einsatzfähig sei.

Merz: Koalition bereit für wichtige Rolle

Bundeskanzler Friedrich Merz sprach zunächst lediglich davon, dass die „Koalition der Willigen“ bereit sei, bei den Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem Waffenstillstand eine „wichtige Rolle“ zu spielen, in enger Zusammenarbeit mit den USA. „Über Art und Umfang des deutschen Beitrags werden die Bundesregierung und der Deutsche Bundestag ebenfalls entscheiden“, sagte der Kanzler.

Bulgarien lehnt Teilnahme ab

Der EU- und Nato-Mitgliedstaat Bulgarien hatte am Dienstag eine Teilnahme an der „Koalition der Willigen“ zur Unterstützung der Ukraine abgelehnt. „Der Platz von Bulgarien ist nicht dort“, sagte der neue bulgarische Ministerpräsident Rumen Radew in Paris einem Bericht des Bulgarischen Nationalen Fernsehens BNT zufolge. Bulgarien nehme nicht an einer Koalition teil, die auf eine Fortsetzung der finanziellen und militärischen Hilfe für die Ukraine bestehe, erläuterte der Politiker. Zum Ukraine-Krieg sagte der frühere Kampfjetpilot und Chef der bulgarischen Luftstreitkräfte Radew: „Die Lösung dieses Konflikts ist nicht in seiner Verlängerung mit militärischen Mitteln, sondern in einer starken diplomatischen Mission, die ein Ende der Eskalation setzt.“ Der bulgarische Ex-Präsident Radew ist seit Mai 2026 Regierungschef des Landes mit seinen etwa 6,4 Millionen Einwohnern. Im Gegensatz zu früheren Regierungen in Sofia hatte er sich als Staatschef für eine diplomatische Lösung des Ukraine-Kriegs eingesetzt.

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