Nato-Generalsekretär Mark Rutte versucht alles, um US-Präsident Donald Trump zu beeindrucken. Bei einem Besuch im Weißen Haus präsentierte er Trump eine Schautafel mit roten Balken, die die gestiegenen Investitionen der Nato-Staaten in das Bündnis zeigen sollten. Doch seine Taktik, Trump mit dessen eigenen Mitteln zu schlagen, stößt in Europa auf zunehmende Kritik.
Ruttes unterwürfige Schmeicheleien
Rutte fällt immer wieder durch Lobeshymnen auf Trump auf. Er bezeichnete Trump als „großartigen Führer“ und lobte dessen Einsatz für höhere Verteidigungsausgaben. Viele Europäer sehen darin jedoch eine peinliche Unterwürfigkeit. „Rutte verhält sich wie ein Trump-Flüsterer, aber das untergräbt die Glaubwürdigkeit der Nato“, zitiert der Tagesspiegel einen anonymen Diplomaten.
Die Schautafel als diplomatisches Mittel
Die roten Balken auf Ruttes Tafel zeigten, dass die Nato-Mitglieder ihre Verteidigungsausgaben deutlich erhöht haben. Ein zentrales Anliegen Trumps, der immer wieder mehr finanzielle Beiträge von den Bündnispartnern fordert. Rutte hoffte, mit dieser visuellen Darstellung Trumps Zustimmung zu gewinnen. Doch die Geste wird von Kritikern als „schmeichlerisch“ und „unterwürfig“ bezeichnet.
Uneinigkeit in Europa
Während einige Nato-Mitglieder Ruttes Ansatz für pragmatisch halten, sehen andere darin eine Gefahr für das Bündnis. „Man kann Trump nicht mit seinen eigenen Methoden schlagen, ohne die eigenen Prinzipien zu verraten“, warnt ein EU-Diplomat. Die Debatte zeigt das Spannungsfeld zwischen diplomatischer Notwendigkeit und dem Wunsch nach europäischer Eigenständigkeit.
Ruttes Erfolge und Niederlagen
Rutte kann durchaus Erfolge vorweisen: Unter seiner Führung stiegen die Verteidigungsausgaben der Nato-Staaten auf über 2 Prozent des BIP. Allerdings bleibt die Frage, ob seine Taktik langfristig trägt. „Rutte mag kurzfristig Trumps Wohlwollen gewinnen, aber auf Dauer schwächt er die Position Europas“, kommentiert ein Sicherheitsexperte.
Ausblick
Die Kritik an Rutte wird lauter, je näher die Nato-Gipfel rücken. Viele fordern einen selbstbewussteren Kurs gegenüber Washington. Ob Rutte seinen Stil ändern wird, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Debatte über das richtige Verhältnis zu Trump wird die Nato noch lange beschäftigen.



