Heute beginnt der Nato-Gipfel in Ankara, bei dem US-Präsident Donald Trump erwartet wird. Die europäischen Staats- und Regierungschefs treffen selbstbewusster auf als im Vorjahr, nachdem sie Trumps Grönland-Forderungen erfolgreich widerstanden hatten. Bundeskanzler Friedrich Merz spricht von einer „europäischeren Nato“. Parallel dazu entscheidet ein Berufungsgericht in Paris über die fünfjährige Ämtersperre gegen Marine Le Pen, die im März 2025 wegen EU-Geldveruntreuung verurteilt wurde. US-Nationalspieler Folarin Balogun erlebte nach Trumps Intervention bei der Fifa ein enttäuschendes WM-Aus gegen Belgien.
Nato-Gipfel in Ankara: Europäer zeigen sich selbstbewusst
Der Nato-Gipfel in Ankara beginnt heute mit einer veränderten Stimmungslage. Während die europäischen Staats- und Regierungschefs US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr noch mit ängstlicher Ehrfurcht begegneten, haben sie nun an Selbstvertrauen gewonnen. Auslöser war Trumps Vorstoß Anfang des Jahres, Grönland annektieren zu wollen. Die Europäer antworteten mit einem klaren „Grönland kriegste nicht“ – und Trump ließ das Thema fallen.
Dennoch ist Trump nicht gut auf die Europäer zu sprechen: Er wirft ihnen mangelnde Unterstützung im Iran-Krieg vor. Die Europäer haben jedoch inzwischen ihre Verteidigungsausgaben erhöht, wie von Trump gefordert. Diese Entwicklung kommt allen Bündnispartnern zugute – außer Russlands Präsident Wladimir Putin, der die Nato stets schwächen wollte.
Angriffe auf Kyjiw vor dem Gipfel
Kremlchef Putin nutzte die Tage vor dem Gipfel für massive Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt Kyjiw. Bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen wurden gestern mindestens 20 Menschen getötet und zahlreiche verletzt. Der ukrainischen Flugabwehr fehlen US-Abfangraketen, was Präsident Wolodymyr Selenskyj am Rande des Gipfels thematisieren wird. Trump behauptet nach einem Telefonat mit Putin, dieser wolle ein Ende des Krieges – die Angriffe sprechen eine andere Sprache.
Am Rande des Gipfels ist ein Treffen zwischen Trump und Selenskyj geplant. Experten warnen, Trump könne den Gipfel ins Chaos stürzen. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Rolle des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der den Gipfel als Machtdemonstration inszeniert. Europäische Politiker sollten sich nicht kritiklos einspannen lassen, mahnt der SPIEGEL-Leitartikel.
Marine Le Pen vor entscheidendem Urteil
In Frankreich entscheidet heute ein Berufungsgericht über die Zukunft von Marine Le Pen. Die 57-jährige Rechtspopulistin war im März 2025 wegen Veruntreuung von EU-Geldern zu vier Jahren Haft verurteilt worden – zwei Jahre mit elektronischer Fußfessel unter Hausarrest, zwei Jahre zur Bewährung. Zudem wurde eine fünfjährige Ämtersperre verhängt, die ihre Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl im Mai 2027 verhindert.
„Für Le Pen geht es um alles“, sagt SPIEGEL-Korrespondent René Pfister. Sollte das Gericht an der Strafe festhalten, ende eine Ära. Dann könnte ihr Zögling Jordan Bardella, erst 30 Jahre alt, zum neuen starken Mann der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) aufsteigen. Bardella könnte ernten, was Le Pen gesät hat, und jahrzehntelang davon zehren. Die Entscheidung des Gerichts wird mit Spannung erwartet.
US-Fußballer Balogun scheitert bei WM
US-Nationalspieler Folarin Balogun hatte schwere Stunden hinter sich. US-Präsident Donald Trump hatte bei Fifa-Chef Gianni Infantino angerufen, um eine Sperre gegen Balogun aufheben zu lassen. Als dies geschah, war die Fußballwelt in Aufruhr. Im Achtelfinale gegen Belgien richteten sich alle Augen auf den 25-Jährigen. Doch Baloguns Einsatz spielte keine entscheidende Rolle: Die USA verloren mit 1:4 und schieden aus dem Turnier aus.
Das Spiel war das letzte für den Gastgeber, der damit die WM verabschiedete. Belgien zeigte sich überlegen und nutzte die Verunsicherung im US-Team. Balogun selbst konnte den hohen Erwartungen nicht gerecht werden.
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Walmart senkt Lebensmittelpreise – angeblich auf Bitten von Trump. Der US-Präsident verkündete, Hackfleisch koste fast 15 Prozent weniger. Walmart nennt eine andere Zahl. Der Wirtschaftsausschuss des Bundestags spricht sich für eine Lockerung der Sonntagsöffnungszeiten aus, was auf Widerstand von Gewerkschaften und Kirchen stößt. In der Demokratischen Republik Kongo sind bereits mehr als 500 Menschen an Ebola gestorben; der Ausbruch dauert an.
In Pamplona beginnt das traditionelle Stierkampffestival, bei dem täglich sechs Kampfstiere durch die Gassen getrieben und später getötet werden. Tierschützer protestieren seit Jahren gegen das blutige Ritual, das vor allem Touristen anlockt.



