Nato-Gipfel in Ankara: Trump sucht die Siegerseite
Vor dem Nato-Gipfel in Ankara herrscht Spannung: Wird es zum offenen Konflikt kommen oder zeigt sich die Allianz geeint? Die Sicherheitsexpertin Alexandra de Hoop Scheffer analysiert im Interview, warum das Treffen so bedeutsam ist und wie US-Präsident Trump die Dynamik beeinflusst. „Trump will auf der Seite der Sieger stehen“, betont sie. Der Gipfel findet vor dem Hintergrund des anhaltenden Krieges in der Ukraine statt, der die Nato vor große Herausforderungen stellt.
Bedeutung des Gipfeltreffens
Das Treffen in Ankara ist nach Einschätzung der Expertin ein Schlüsselmoment für das Bündnis. Es gehe nicht nur um die Ukraine, sondern auch um die künftige Rolle der Nato. De Hoop Scheffer verweist auf Trumps bisherige Haltung: „Das ist seine Methode – er sucht den direkten Austausch, oft mit überraschenden Wendungen.“ Der Gipfel biete die Chance, gemeinsame Positionen zu festigen, berge aber auch das Risiko von Zerwürfnissen.
Mögliche Szenarien für den Ukraine-Krieg
Die Expertin skizziert mögliche Enden des Krieges. Ein Szenario sei ein eingefrorener Konflikt, ein anderes ein Verhandlungsfrieden unter Vermittlung der Nato. „Trump könnte eine Schlüsselrolle spielen, wenn er sich auf die Seite der Ukraine stellt“, so de Hoop Scheffer. Allerdings sei unklar, ob er langfristige Verpflichtungen eingehen wolle. Die Nato-Staaten müssten sich auf verschiedene Entwicklungen vorbereiten.
Trumps Verhandlungsstil
Der US-Präsident sei bekannt für seinen unkonventionellen Stil. „Er sucht den direkten Draht zu Führungspersönlichkeiten und scheut keine Kontroversen“, erklärt die Sicherheitsexpertin. Dies könne sowohl zu Fortschritten als auch zu Verstimmungen führen. Die europäischen Nato-Partner forderte sie auf, geschlossen aufzutreten und klare Botschaften zu senden.
Auswirkungen auf die Nato
Der Gipfel werde die Zukunft der Allianz prägen. De Hoop Scheffer betont die Notwendigkeit einer einheitlichen Strategie gegenüber Russland. „Die Nato muss ihre Verteidigungsfähigkeit stärken und gleichzeitig diplomatische Kanäle offenhalten.“ Die Entscheidungen in Ankara könnten weitreichende Folgen für die Sicherheitsarchitektur in Europa haben.



