Neue Enthüllungen über Farages Finanzen
Gegen den Chef der britischen Rechtspartei Reform UK, Nigel Farage, sind neue Vorwürfe wegen möglicherweise nicht deklarierter Zuwendungen aufgekommen. Laut einem Bericht der Sonntagszeitung Sunday Times soll ein wegen Betrugs verurteilter Kryptounternehmer vor Farages Einzug ins Parlament für dessen Sicherheit und Mitarbeiter gezahlt haben. Farage wies die Anschuldigungen umgehend zurück.
Die Zeitung berichtet, der 32-jährige Unternehmer habe eine Villa nahe dem Buckingham-Palast gemietet, in der Farage übernachtet habe. Zudem habe er kurz vor Farages Rückkehr in die Spitzenpolitik im Jahr 2024 Sicherheitskosten sowie Mitarbeiter für die Betreuung von Farages Accounts in sozialen Netzwerken bezahlt. Ein Sprecher Farages bezeichnete den Bericht als „haltlos und aus der Luft gegriffen“. Es seien keine parlamentarischen Regeln verletzt worden.
Hintergrund: Regeln für Abgeordnete
Neue Abgeordnete im britischen Unterhaus müssen Geschenke und geldwerte Vorteile aus den zwölf Monaten vor ihrer Wahl angeben, sofern sie „bei vernünftiger Betrachtung“ mit ihrer politischen Tätigkeit in Verbindung gebracht werden können. Der Reform-UK-Politiker Robert Jenrick sagte der BBC, der Kryptounternehmer sei ein „alter Freund“ Farages. Dieser habe 2024 vor Farages Wahl ins Parlament dessen Mitarbeiter und Sicherheit bezahlt. Farage habe zudem nur „sehr selten“ in dessen Anwesen übernachtet. „Keinerlei Regeln wurden gebrochen“, betonte Jenrick.
Ein Abgeordneter der Liberaldemokraten forderte eine Untersuchung durch den Ethikbeauftragten des Unterhauses. Gegen Farage läuft bereits eine Untersuchung wegen einer nicht deklarierten Millionenspende eines anderen Kryptomilliardärs.
Bereits laufende Untersuchung
Farages Verhalten wird bereits wegen einer nicht gemeldeten Zahlung in Höhe von fünf Millionen Pfund geprüft, die der in Thailand lebende Luftfahrtunternehmer und Kryptoinvestor Christopher Harborne ihm hatte zukommen lassen. Farage und seine Partei Reform UK erklärten, es habe sich um ein persönliches Geschenk für seine Sicherheit gehandelt. Der Ethikausschuss des Unterhauses hatte daraufhin im Mai 2026 eine Untersuchung eingeleitet.
Politische Lage: Reform UK im Aufwind
Farage ist Chef der rechtsaußen stehenden Partei Reform UK, die derzeit in Umfragen vorn liegt. Bei den Kommunalwahlen in England im Mai 2026 gewann sie fast 1500 Sitze. Bei einer wichtigen Nachwahl für einen Parlamentssitz im Nordwesten Englands im Juni unterlag ihr Kandidat allerdings deutlich dem Labour-Politiker Andy Burnham. Dieser gilt als voraussichtlicher Nachfolger von Premierminister Keir Starmer, der Ende Juni seinen Rücktritt angekündigt hatte. Die Vorwürfe gegen Farage könnten seine Position in der sich zuspitzenden politischen Lage schwächen.
Die Sunday Times stützt ihre Recherchen eigenen Angaben zufolge auf Dokumente und Zeugenaussagen. Farage kündigte an, rechtliche Schritte gegen die Zeitung zu prüfen.



