Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat klargestellt, dass Deutschland in jedem Fall seinen Einfluss auf den Panzerbauer KNDS sichern will. „In welcher Form auch immer“, sagte er in Kassel auf die Frage, ob für ihn auch die bestehende Eigentümerstruktur auf längere Sicht eine Option sei. Das Unternehmen sei für die Verteidigung und die Wirtschaft von Deutschland von größter Bedeutung, betonte Pistorius beim Besuch des KNDS-Werks Kassel.
Eigentümerstruktur und Börsengang
KNDS gehört derzeit je zur Hälfte dem französischen Staat und den Eigentümerfamilien Bode und Braunbehrens. Diese wollen über einen Börsengang von KNDS Anteile verkaufen. Der deutsche Staat will jedoch Einfluss auf den Konzern erhalten und bis zu 40 Prozent der Anteile übernehmen. Dafür wurde eine Vereinbarung mit Frankreich getroffen, damit ein Gleichgewicht zwischen den Staaten erhalten bleibt. Deutschland will maximal 7,2 Milliarden Euro für die 40 Prozent zahlen. Der für Juli ins Auge gefasste Börsengang platzte jedoch, da den Familien die Bewertung der Firma zu niedrig war.
Bedeutung für die Verteidigung
Pistorius unterstrich die strategische Relevanz von KNDS für die deutsche Verteidigungsfähigkeit. Der Panzerbauer ist ein zentraler Partner der Bundeswehr und produziert unter anderem den Kampfpanzer Leopard 2. Die Sicherung des Einflusses sei daher nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sicherheitspolitisch geboten.



