Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat die scharfen Töne aus Washington nach dem Vorwurf von US-Präsident Donald Trump, Deutschland habe den USA im Iran-Krieg ein „kleines Küsschen“ verweigert, heruntergespielt. „Ein kleines Küsschen zu verweigern, das kann in den besten Beziehungen mal passieren. Übrigens auch ungewollt. Das ist nun wahrlich keine Ehekrise“, sagte Pistorius dem „Spiegel“. Welche konkrete militärische Unterstützung sich die USA von Deutschland gewünscht hätten, sei ihm nicht bekannt.
Pistorius: Umgangston der USA ist rauer geworden
Der Verteidigungsminister räumte ein, dass der Umgangston der US-Regierung zuletzt rauer geworden sei. „Wir sind alle nicht aus Zuckerwatte“, sagte Pistorius. Er verwies zudem auf die Bedeutung Deutschlands innerhalb der Nato. Ein hochrangiger US-General habe ihm kürzlich gesagt, Deutschland sei „the center of gravity“ der Nato – also deren Schwerpunkt. Dies relativiere manche öffentliche Kritik aus Washington.
Bundeswehr-Ausbau dient nicht der Anerkennung
Pistorius betonte, dass der Ausbau der Bundeswehr nicht dazu diene, sich die Anerkennung der US-Regierung zu sichern. Deutschland investiere in seine Streitkräfte aus eigener Überzeugung und für die Sicherheit des Landes sowie seiner Nato-Partner. „Aber nicht in der Hoffnung, uns Liebe zu kaufen, bei wem auch immer“, sagte er.
Hintergrund: US-Vorwürfe mangelnder Unterstützung
Hintergrund der jüngsten Spannungen sind Äußerungen aus Washington zur Unterstützung der USA im Iran-Krieg. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio hatten Nato-Verbündeten zuletzt mangelnde Unterstützung vorgeworfen und deren Haltung als „beschämend“ bezeichnet.



