Polen entzieht Selenskyj höchsten Orden nach Streit um UPA-Ehrung
Polen entzieht Selenskyj Orden des Weißen Adlers

Eskalation im diplomatischen Streit

Der polnische Staatspräsident Karol Nawrocki hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj den „Orden des Weißen Adlers“ entzogen. Die höchste Auszeichnung Polens wurde am Freitagabend in einer Videobotschaft Nawrockis für ungültig erklärt. Hintergrund ist ein heftiger Konflikt um die Ehrung einer ukrainischen Militäreinheit.

Ursache der Auseinandersetzung

Ende Mai hatte Selenskyj einer Spezialeinheit der ukrainischen Streitkräfte den Ehrennamen „Helden der UPA“ verliehen. Die Ukrainische Aufständische Armee (UPA) kämpfte im Zweiten Weltkrieg für einen unabhängigen ukrainischen Staat, ist aber wegen Massakern an polnischen Zivilisten höchst umstritten. Nawrocki kritisierte die Entscheidung scharf: „Präsident Selenskyj hat leider bewiesen, dass die Ukraine in Bezug auf die Glorifizierung von Banditen und Mördern der UPA nicht bereit ist, Teil der europäischen Familie zu sein.“

Reaktionen aus Kiew

Die ukrainische Regierung verurteilte die Aberkennung des Ordens umgehend. In einer Stellungnahme hieß es, der Schritt sei ein „strategischer Fehler“ und zeuge von „Respektlosigkeit“ gegenüber der Ukraine. Der Orden war Selenskyj vor zwei Jahren auf Antrag des damaligen polnischen Präsidenten Andrzej Duda verliehen worden.

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Hintergrund des Ordens

Der „Orden des Weißen Adlers“ ist die höchste Auszeichnung Polens und wird an verdiente Persönlichkeiten des In- und Auslands verliehen. Die Aberkennung ist ein beispielloser Vorgang in den polnisch-ukrainischen Beziehungen. Beobachter befürchten eine weitere Belastung des Verhältnisses zwischen den beiden Nachbarländern, das bereits durch historische und politische Differenzen angespannt ist.

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