Putin schlägt Schröder als Vermittler vor – gemischte Reaktionen in Deutschland
Putin schlägt Schröder als Vermittler vor – gemischte Reaktionen in Deutschland

Kremlchef Wladimir Putin hat den mit ihm befreundeten Altkanzler Gerhard Schröder als möglichen Vermittler im Krieg zwischen Russland und der Ukraine ins Spiel gebracht. Die Bundesregierung reagierte zurückhaltend. Aus Regierungskreisen in Berlin hieß es, man habe die Äußerungen zur Kenntnis genommen. Sie reihten sich ein in eine Serie von Scheinangeboten und seien Teil der bekannten hybriden Strategie Russlands.

Bei den Parteien gab es unterschiedliche Reaktionen. Grüne, Linke und FDP lehnten den Vorschlag ab oder äußerten Skepsis. Die SPD ist sich uneins. Der SPD-Außenpolitiker Ralf Stegner sprach sich dafür aus, Putins Vorschlag zu prüfen. „Ich begrüße jede Initiative, die den Krieg beenden könnte“, sagte Stegner dem „Spiegel“. Auch Adis Ahmetovic, außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, erklärte: „Jedes Angebot muss ernsthaft geprüft werden, wie verlässlich es ist.“

Allerdings kommt aus der SPD auch Widerstand. Der frühere Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Michael Roth, sprach im „Tagesspiegel“ von einem „Affront gegenüber den USA und einem durchsichtigen Manöver“. Ein Moderator möglicher Verhandlungen könne „nicht einfach Putins Buddy sein“. Entscheidend sei, „dass er vor allem von der Ukraine akzeptiert wird.“

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Die Grünen wiesen den Vorschlag klar zurück. Fraktionschefin Britta Haßelmann sagte der AFP: „Selbst im Kreml sollte sich herumgesprochen haben, dass Gerhard Schröder in Sachen Russland keine Glaubwürdigkeit besitzt und wegen seiner engen Freundschaft zu Putin in Europa zu einer persona non grata geworden ist.“ Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann bezweifelte, dass die Ukraine Schröder als ausreichend neutral wahrnehmen würde.

Die AfD zeigte sich offen. „Jede Vermittlung, die dazu beiträgt, das Sterben auf beiden Seiten zu beenden, ist zu begrüßen“, erklärte der außenpolitische Sprecher Markus Frohnmaier. Putins Büro teilte mit, Schröder werde sich zu dieser Frage nicht äußern.

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