Rubio und Lawrow treffen sich: USA bieten konstruktive Rolle im Ukraine-Krieg an
Rubio trifft Lawrow: USA wollen Ukraine-Frieden fördern

US-Außenminister Marco Rubio hat gegenüber Russland die Bereitschaft der Vereinigten Staaten bekräftigt, bei der Suche nach einer Friedenslösung im Ukraine-Krieg zu helfen. „Wir sind bereit, eine konstruktive Rolle bei der Beendigung eines sinnlosen Krieges zu spielen“, sagte Rubio nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Rande der Konferenz der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean in der philippinischen Hauptstadt Manila. Für ein Friedensabkommen sei aber noch viel Arbeit nötig. Es müssten neue Vorschläge und Ideen für eine akzeptable Vereinbarung gefunden werden. Sein Gespräch mit Lawrow bezeichnete Rubio als „gut und offen“. Zu Einzelheiten wollte er sich nicht äußern.

EU verhängt neues Sanktionspaket gegen Russland

Die EU-Staaten haben sich angesichts des anhaltenden russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine auf ein neues Sanktionspaket verständigt. Das teilten EU-Diplomaten in Brüssel mit. Die Maßnahmen sollen den Druck auf Moskau erhöhen, den Krieg zu beenden.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj baut die Militärführung weiter um und hat Generalmajor Ihor Skybjuk zum neuen Chef des Generalstabs ernannt. „Er ist ein äußerst erfahrener Offizier, der die Ukraine Seite an Seite mit dem neuen Oberbefehlshaber verteidigt hat“, erklärte Selenskyj auf X. Skybjuk ersetzt Andrij Hnatow. Zuvor hatte Selenskyj Oberbefehlshaber Olexandr Syrskyj abgesetzt und Generalmajor Mychailo Drapatyj in die oberste militärische Position berufen. Drapatyj kündigte eine verstärkte Offensive an: „Der Präsident der Ukraine hat uns klare Ziele gesetzt: die offensiven Operationen in allen Dimensionen fortzusetzen und zu intensivieren, neue Operationen hinter den feindlichen Linien zu planen, unser Militär und seine Technologien weiterzuentwickeln und die Fähigkeiten der ukrainischen Streitkräfte auszubauen“, teilte er auf Facebook mit.

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Ukrainische Angriffe auf Krim und russisches Festland

Bei ukrainischen Angriffen auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim und die südwestrussische Stadt Woronesch sind in der Nacht nach Angaben der Behörden zwei Menschen getötet worden. In Woronesch, rund 500 Kilometer südlich von Moskau, starb ein dreijähriger Junge bei einem Brand, der durch herabstürzende Trümmer einer abgeschossenen Drohne ausgelöst wurde, wie Regionalgouverneur Alexander Gussew mitteilte. Ein 19-Jähriger sei leicht verletzt worden. Zudem sei das Dach einer Lagerhalle eines Online-Marktplatzes beschädigt worden. Auf der Krim kam nach Angaben des Gouverneurs Sergej Aksjonow ein Mensch ums Leben. Vier weitere Menschen seien verletzt worden, darunter zwei Kinder. Auch aus anderen Regionen wurden Angriffe gemeldet. Im Gebiet Uljanowsk im südlichen Zentralrussland geriet nach Angaben des dortigen Gouverneurs eine Energieanlage nach einem Drohnenangriff in Brand. Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge schoss die Luftabwehr in der Nacht insgesamt 223 ukrainische Drohnen ab.

Kiew beantragt UN-Sicherheitsratssitzung wegen Angriffen auf Schiffe

Die Ukraine hat dem geschäftsführenden Außenminister Andrij Sybiha zufolge wegen russischer Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer eine Dringlichkeitssitzung im UN-Sicherheitsrat beantragt. Sybiha warf Russland in einem Post auf der Plattform X vor, mindestens drei zivile Frachtschiffe in den vergangenen Tagen bombardiert zu haben. Er sprach von Dutzenden Toten und Verletzten in der Folge und warf Moskau vor, die globale Lebensmittelsicherheit zu gefährden. Beantragt sei die Sitzung für den 27. Juli. So wie der Iran in der Straße Wege zum Energietransport ins Visier nehme, ziele Russland im Schwarzen Meer auf globale Lebensmittelmärkte, schrieb Sybiha. Kein Schiff habe am Mittwoch den ukrainischen Seekorridor im Schwarzen Meer passiert, gab er an.

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Russland verhängt drei Insidern zufolge wegen ukrainischer Drohnenangriffe eine nächtliche Sperrung für den Schiffsverkehr im Hafen von Noworossijsk am Schwarzen Meer, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Zwischen Mitternacht und 5 Uhr (Ortszeit) dürften keine Schiffe ein- oder auslaufen, verlautet aus Kreisen der Getreideindustrie. Die Anordnung sei mündlich erfolgt. Außerhalb der Sperrzeiten laufe der Betrieb in Russlands größtem Hafen normal weiter, Getreidelieferungen seien bislang nicht beeinträchtigt. Über Noworossijsk wird bis zu ein Drittel der russischen Getreideexporte abgewickelt, zudem werden dort Öl, Metalle und Container verladen.

Bundesregierung weist russische Atomwaffen-Desinformation zurück

Die Bundesregierung hat russische Berichte strikt zurückgewiesen, dass in Deutschland am Bau einer Atombombe gearbeitet werde. „Die Bundesregierung ordnet diese Mitteilung als Teil der üblichen russischen Propaganda ein. Die Vorwürfe sind schlicht unzutreffend“, sagte ein Regierungssprecher. „Russland spielt hier mit nuklearen Sorgen, die es selbst immer wieder durch unverantwortliche Äußerungen befördert.“ Moskau versuche, einen Keil in die Nato und die EU zu treiben sowie Deutschland als stärksten Unterstützer der Ukraine zu diskreditieren. Möglicherweise wolle Russland auch die Stimmung vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland beeinflussen. Russische Geheimdienste hatten zuvor auf dem Messengerdienst Telegram geschrieben, dass es in Deutschland Forschungs- und Entwicklungsarbeiten „mit einem möglichen Fokus auf Atomwaffen“ gebe. Deutschland habe offensichtlich das Ziel, direkten Zugang zu Atomwaffen zu bekommen.

Russland leidet unter Treibstoffknappheit

Russland stabilisiert die Treibstoffversorgung in der Region Moskau mit umgeleiteten Lieferungen aus Sibirien und verstärkten Importen aus Belarus. Damit reagieren die Behörden auf Engpässe bei Benzin und Diesel, die durch ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien im ganzen Land verursacht wurden, wie mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten. Während sich die Lage in Moskau damit entspannt hat, sind andere Teile Russlands weiterhin von Kraftstoffknappheit betroffen. Die annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim leidet Händlern zufolge am stärksten darunter. Die landesweite Benzinproduktion fiel Anfang Juli auf rund 65 Prozent des durchschnittlichen saisonalen Verbrauchs. Um die Produktionsausfälle auszugleichen, wurden Benzinlieferungen aus dem Ural und Sibirien sowie Importe aus Belarus in die Moskauer Region umgeleitet, sagten Händler. Einer der Händler erklärte, die Raffinerie Atschinsk in der sibirischen Region Krasnojarsk beliefere nun Moskau. Um die Nachfrage zu decken, hat Russland zudem begonnen, Treibstoff aus Indien und Kasachstan zu importieren.

Zivile Opfer durch Drohnenangriffe steigen deutlich

Das UN-Menschenrechtsbüro bezeichnet die wachsende Zahl von zivilen Opfern bei russischen Angriffen in der Ukraine als „schockierend“. Besonders auffällig sei der Anstieg von Attacken mit Drohnen, die über Videobrillen gesteuert werden, sagte die Leiterin des Büros in der Ukraine, Danielle Bell. Insgesamt seien durch russische Angriffe in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 37 Prozent mehr Menschen getötet oder verletzt worden als im gleichen Zeitraum 2025. Das Büro registrierte knapp 2000 Tote und knapp 8000 Verletzte. Es listet nur selbst verifizierte Todes- und Verletztenmeldungen auf. Gegenüber den ersten sechs Monaten 2024 waren es fast doppelt so viele Opfer wie in diesem Jahr bis Ende Juni. In den ersten sechs Monaten seien durch Angriffe mit Drohnen, die über Videobrillen gesteuert werden, 2800 Menschen getötet oder verletzt worden, 65 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. In vielen Grenzgebieten sei ein Gang zum Markt, mit dem Hund Gassi gehen, oder Gärten und Felder bewässern lebensgefährlich geworden, sagte der Sprecher des Büros in Genf.

Weitere Entwicklung: IWF gibt 690 Millionen Dollar frei

Der Internationale Währungsfonds (IWF) macht den Weg frei für die sofortige Auszahlung von rund 690 Millionen Dollar an die Ukraine. Der IWF-Vorstand habe eine Überprüfung des Finanzierungsprogramms für das Land abgeschlossen, teilt der Fonds mit. Die Ukraine habe trotz des Krieges ihre Finanzstabilität aufrechterhalten können. Die wirtschaftlichen Aussichten hätten sich jedoch eingetrübt. Gründe dafür seien vor allem die verstärkten russischen Angriffe auf die kritische Infrastruktur sowie indirekte Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten. Zudem habe sich die Umsetzung von Reformen verlangsamt. Die Ukraine wird mit einem Kreditprogramm in Höhe von 8,1 Milliarden Dollar unterstützt. Mit der jüngsten Freigabe steigen die bisherigen Auszahlungen auf etwa 2,2 Milliarden Dollar.