Die Bundesanwaltschaft hat in Baden-Württemberg einen rumänischen Staatsbürger festnehmen lassen, der im Verdacht steht, eine rechtsextremistische Terrorgruppe gegründet zu haben. Die Gruppe sollte in Rumänien einen „Krieg des Terrors“ entfachen und den rumänischen Staat stürzen, um ein neues Staatswesen nach nationalsozialistischem Vorbild zu errichten, wie die Karlsruher Behörde mitteilte.
Rekrutierung über Messenger-Dienste
Bereits seit Anfang 2023 soll der Mann die Gründung der Terrorgruppe betrieben haben. „Um Mitglieder für die Vereinigung zu gewinnen, betrieb der Beschuldigte von Deutschland aus über einen Messenger-Dienst zwei Kanäle“, erklärte die Bundesanwaltschaft. Diese Kanäle richteten sich gezielt an junge Rumänen. Der Beschuldigte rief die Abonnenten und Mitglieder zu verschiedenen Straftaten auf, darunter das Anbringen von Graffitis mit rechtsextremen Symbolen, das Verleiten junger Mädchen zur Selbstverletzung, Brandanschläge auf von Migranten oder LGBTQ-Personen genutzte Gebäude sowie die Tötung von „Untermenschen“.
Anleitungen zu Sprengstoff und Autobomben
Darüber hinaus veröffentlichte der Mann nach Angaben der Bundesanwaltschaft Anleitungen zur Herstellung von Gift, Sprengstoffen, Molotow-Cocktails und Autobomben. Die Behörde wirft ihm vor, als Rädelsführer versucht zu haben, eine ausländische terroristische Vereinigung zu gründen. Zudem wird ihm die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen. Zum Tatzeitpunkt war der Beschuldigte teils Heranwachsender, also zwischen 18 und 20 Jahre alt.
Festnahme im Enzkreis
Der Beschuldigte wurde am Dienstag im Enzkreis von Polizisten aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg festgenommen. Er soll noch am selben Tag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe vorgeführt werden, der über die Verhängung von Untersuchungshaft entscheidet. Die Bundesanwaltschaft betonte die Gefährlichkeit der geplanten Aktionen und die rechtsextreme Ideologie, die der Beschuldigte verbreitet habe.



