Ukraine: Selenskyj entlässt Ministerpräsidentin – Regierungsumbildung
Selenskyj entlässt Ministerpräsidentin – Regierungsumbildung

Selenskyj leitet Regierungsumbildung ein – Ministerpräsidentin abgesetzt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Ablösung von Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko vorgeschlagen. In einer Mitteilung auf der Plattform X dankte er Swyrydenko für ihre Arbeit und bot ihr eine neue Aufgabe im Bereich der Beziehungen zu einem wichtigen Partner an. Selenskyj erwarte, dass das Parlament den entsprechenden Änderungen in der Regierung zustimme. Weitere Details nannte er zunächst nicht. Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender russischer Angriffe und einer angespannten militärischen Lage.

Vier Tote bei russischen Raketen- und Drohnenangriffen

Bei erneuten russischen Angriffen auf die Ukraine sind in der Nacht zu Sonntag nach örtlichen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. In der Region Dnipropetrowsk im östlichen Zentrum des Landes starben drei Menschen bei Drohnen- und Artillerieangriffen, wie der Militärgouverneur Olexandr Gandscha mitteilte. Zwei der Todesopfer gab es bei einem Angriff auf eine Industrieanlage in Krywyj Rih. In Cherson im Süden der Ukraine wurde ein 48-jähriger Mann durch eine von einer Drohne abgeworfene Sprengvorrichtung getötet, berichtete Jaroslaw Tschanko, Chef der Militärverwaltung der frontnahen Stadt, auf Telegram. Die Angriffe ereigneten sich kurz vor einem Treffen der Unterstützerstaaten der Ukraine in Paris, an dem auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teilnehmen will. Selenskyj wird zu dem Austausch der sogenannten Koalition der Willigen am Montagnachmittag erwartet.

Selenskyj trauert um US-Senator Lindsey Graham

Selenskyj hat sich „zutiefst betrübt“ über den Tod des US-Senators Lindsey Graham geäußert. Er würdigte am Sonntag den Einsatz des republikanischen Politikers für die Ukraine. „Er hat die Ukraine seit Beginn der großangelegten russischen Invasion zehnmal besucht und stand unserem Volk zur Seite, als dies am dringendsten nötig war“, schrieb Selenskyj auf Facebook. „Amerika und die Welt haben einen entschlossenen Anführer verloren.“ Selenskyj hatte Graham noch am Freitag in Kyjiw empfangen. Der Senator war ein entschiedener Unterstützer der Ukraine und vertrat einen harten Kurs gegenüber Russland. Am Freitag erzielte er gemeinsam mit demokratischen Senatoren eine parteiübergreifende Einigung mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump, um verschärfte Sanktionen gegen Russland auf den Weg zu bringen. Graham starb im Alter von 71 Jahren.

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Ukraine attackiert 14 russische Schiffe – darunter zehn Tanker

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben am Sonntag 14 russische Schiffe angegriffen, darunter zehn Tanker. Vier der Ziele seien Fähren gewesen, teilte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, auf Telegram mit. In den vergangenen sieben Tagen seien insgesamt 90 russische Schiffe getroffen worden. Die russische Seite teilte mit, eine ukrainische Drohne habe einen Tanker getroffen, als dieser in den Kanal zwischen Asowschem Meer und Schwarzem Meer einfuhr. Ein durch den Angriff verursachtes Feuer sei unter Kontrolle gebracht worden, und es habe keine Gefahr einer Ölpest bestanden, da das Schiff leer gewesen sei, erklärte Juri Sljusar, Gouverneur der russischen Region Rostow, auf Telegram.

Klitschko warnt vor schlimmsten Angriffen auf Kyjiw seit Kriegsbeginn

Kyjiws Bürgermeister Vitali Klitschko spricht angesichts mehrerer schwerer russischer Luftangriffe in den vergangenen Tagen von einer weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs durch Moskau. „Die Angriffe mit russischen ballistischen Raketen sind schlimmer als je zuvor“, sagte er der Zeitung „Bild am Sonntag“. Innerhalb einer Woche habe das russische Militär Kyjiw dreimal schwer aus der Luft angegriffen, dabei Drohnen, Marschflugkörper und ballistische Raketen eingesetzt. Dutzende Menschen seien ums Leben gekommen, mehr als 100 verletzt. Viele Wohnhäuser seien beschädigt oder zerstört worden. Klitschko zeigte sich überzeugt, dass die Eskalation auf die neue Stärke der Ukraine auf dem Schlachtfeld zurückzuführen sei. Putin stehe so unter Druck, „dass er jetzt offenbar Kyjiw kaputtbomben will, bevor der Winter beginnt“. Er rief die westlichen Partner zu weiteren Hilfen bei der Flugabwehr auf, insbesondere zum Abfangen ballistischer Raketen mit Systemen wie den US-amerikanischen Patriot-Komplexen.

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Selenskyj kündigt Konsequenzen nach Explosion von Waffenlager an

Nach tödlichen Explosionen in einem Wohngebiet nahe Kiew will Selenskyj Manager der staatlichen Rüstungsindustrie zur Rechenschaft ziehen. Bei einem russischen Angriff auf ein Waffenlager in der Kleinstadt Wyschnewe und Folgeexplosionen sind in dieser Woche zehn Menschen getötet worden. Hunderte Häuser wurden beschädigt. Eine Untersuchung habe ergeben, welche Manager des staatlichen Rüstungskonzerns Ukroboronprom die Nutzung des Lagergebäudes in dem Wohngebiet genehmigt hätten, sagte Selenskyj. Dies sei ein Verstoß gegen das Gesetz und militärische Anordnungen. Die Verantwortlichen müssten sich nun dafür verantworten.

Ukraine attackiert Raffinerie im Wolgagebiet Samara

Im russischen Gebiet Samara an der Wolga ist nach offiziellen Angaben ein Mann durch ukrainische Drohnenangriffe ums Leben gekommen. Drei Personen wurden verletzt, darunter ein Kind, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew mit. Es gebe Schäden an Wohnhäusern und an einem Industrieobjekt, ohne dass er genauere Angaben machte. Dabei handle es sich um die Ölraffinerie in Sysran, berichtete das unabhängige Internetportal „Astra“ nach Auswertung von Bildern und Videos aus sozialen Netzwerken. In der Anlage sind mehrere große Brände zu sehen. Der ukrainische Generalstab bestätigte die Attacke. Explosionen und Brände seien auf dem Gelände fixiert worden. Neben der Raffinerie hätten Drohnen auch zehn weitere Öltanker und vier Fähren im Asowschen Meer getroffen. Das russische Militär gab an, in der Nacht 349 ukrainische Drohnen abgeschossen zu haben. Die Raffinerie in Sysran mit einer Verarbeitungskapazität von 8,5 Millionen Tonnen war bereits mehrfach Ziel von Angriffen; zuletzt musste sie Ende Mai nach einem Angriff ihre Arbeit einstellen. In Russland herrscht wegen der ständigen ukrainischen Angriffe auf die Ölverarbeitungskapazitäten ein Treibstoffdefizit. Kiew setzt auf diese Taktik, um Russlands Präsidenten zu Verhandlungen zu bewegen.

Zwei Tote bei russischen Luftangriffen in Odesa

In der südukrainischen Hafenstadt Odesa sind zwei Menschen bei einem russischen Raketenangriff gestorben, in Charkiw im Osten wurden sieben Menschen durch eine Drohne verletzt. Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, Russland habe in der Nacht sechs ballistische Raketen, sechs Marschflugkörper und 121 Drohnen abgefeuert. Davon seien zwei Marschflugkörper und 111 Drohnen abgeschossen worden. In der Hauptstadt Kiew wurden elf Menschen verletzt.

Russischer Gleitbombenangriff auf Sumy fordert Tote

Das russische Militär hat durch den Abwurf von Gleitbomben auf die nordostukrainische Stadt Sumy mindestens vier Menschen getötet, darunter ein Mädchen, wie Bürgermeister Artem Kobsar in einem Video auf Telegram mitteilte. Weitere sieben Personen wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht. Auf dem Video sind ein Bombenkrater im Asphalt und ein zerfetzter Kleinbus in einem Wohngebiet zu sehen. Die örtlichen Behörden warnten vor weiteren Angriffen.