Spanien ist nicht zufällig der neue Fußball-Weltmeister. Die Mannschaft um Trainer Luis de la Fuente hat eine goldene Generation hervorgebracht, die den Weltfußball auf Jahre dominieren könnte. Mit einem Durchschnittsalter von 26,9 Jahren und einer beeindruckenden Serie von 38 Spielen ohne Niederlage (seit März 2024) sind die Spanier der Angstgegner der Konkurrenz.
Junge Stars und eingespieltes Team
Die Schlüsselspieler sind bemerkenswert jung: Pau Cubarsi und Lamine Yamal sind erst 19 Jahre alt, Rodri mit 30 Jahren bereits der „alte Eisen“. Pedri, Gavi und Nico Williams sind alle unter 25. Trainer de la Fuente kennt viele seiner Spieler seit der Jugend – er trainierte bereits die U19 (EM-Titel 2015) und U21 (EM-Titel 2019) und machte Yamal mit 16 zum jüngsten Nationalspieler. „Ich bin sehr stolz auf diese Generation von Fußballern“, sagte de la Fuente nach dem 1:0-Finalsieg gegen Argentinien. „Nach dem Spiel fragten mich einige Spieler, was wir noch gewinnen könnten, und ich sagte ihnen: das Spiel im September. Wir haben noch viel zu gewinnen.“
Rekordverdächtige Defensive
Die Defensive war der Schlüssel zum Erfolg: Torhüter Unai Simon kassierte im gesamten Turnier nur ein einziges Gegentor und blieb 649 Minuten ohne Gegentreffer – ein neuer Rekord. Damit bestätigt sich der alte Spruch „Offensive gewinnt Spiele, Defensive gewinnt Titel“. Im Finale hatte Spanien 65 Prozent Ballbesitz und 89 Prozent Passgenauigkeit (853 Pässe zu 464).
Vergleich mit der goldenen Generation von 2010
Die aktuelle Mannschaft wird mit der goldenen Generation um Xavi, Iniesta und Ramos verglichen, die 2010 Weltmeister wurde. Die spanische Presse feiert das Team als „Könige aller Zeiten“ (Marca), die französische L'Équipe als „herausragendes Team des 21. Jahrhunderts“ und USA Today sieht „eine neue Dynastie“ aufziehen. De la Fuente betonte die Teamfähigkeit: „Ich habe noch nie eine so vorbildliche Gruppe erlebt, auf dem Platz und neben dem Platz. In 47 Tagen zusammen hatten wir nicht ein einziges Problem.“
Nachwuchsarbeit als Fundament
Die spanische Ausbildung setzt auf das berühmte Tiki-Taka und technische Exzellenz. Nur wenige Tage vor dem WM-Titel gewann die U19 gegen Deutschland den zehnten EM-Titel in dieser Altersklasse. Auch die U19-Frauen siegten gegen das DFB-Team. Die nächste WM findet zudem teilweise in Spanien statt, was zusätzlichen Anreiz bietet. Die Serie von 38 Spielen ohne Niederlage und das junge Alter der Stars lassen befürchten, dass Spanien auf Jahre unschlagbar sein könnte – anders als Franz Beckenbauers Aussage von 1990 für Deutschland.



