Die Bemühungen, den Start der Tour de France 2029 nach Berlin zu holen, stehen kurz vor dem Durchbruch. Tour-Direktor Christian Prudhomme bezeichnete die Bewerbung des Vereins Grand Départ Allemagne (GDA) als „großartig“ und zeigte sich „sehr aufgeschlossen“. Geplant ist ein kurzes Zeitfahren am Brandenburger Tor, das in der Nähe der französischen Botschaft enden soll.
Politische Unterstützung von höchster Stelle
Bundeskanzler Friedrich Merz soll nach Informationen des GDA einen Brief an Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron geschrieben haben, um die Bewerbung zu unterstützen. Macron habe das Schreiben mit Nachdruck an die Amaury Sport Organisation (ASO) weitergeleitet. Eine Regierungssprecherin wollte dies nicht bestätigen, verwies aber auf die Korrespondenz von Staatsministerin Christiane Schenderlein mit ihrer französischen Kollegin Marina Ferrari. Ferrari habe das Anliegen „wohlwollend zur Kenntnis genommen“ und an den Tour-Organisator weitergeleitet.
Der GDA reichte bereits am vergangenen Dienstag eine Interessenbekundung beim Tour-Veranstalter ASO ein, in Abstimmung mit der Berliner Sportverwaltung. Die offizielle Übergabe der Unterlagen soll Ende Juli in der französischen Botschaft am Pariser Platz stattfinden.
Route und Termin: 2029 statt 2030
Ursprünglich strebte der GDA das Jahr 2030 an, um den 40. Jahrestag der Wiedervereinigung zu feiern. Tour-Direktor Prudhomme plädierte jedoch für 2029 – zum 40. Jahrestag des Mauerfalls. „Der Fall der Mauer ist ein sehr starkes Symbol für Europa. Und Europa beginnt für mich mit der deutsch-französischen Freundschaft“, sagte Prudhomme dem „Tagesspiegel“. Der GDA nahm dies auf und setzte Berlin als Startort fest. Nach dem Zeitfahren in Berlin sind drei weitere Etappen durch Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen geplant.
Andreas Prokop vom GDA betonte: „Wir sehen unsere Bewerbung als eine für ganz Deutschland an, auch wenn sie in Berlin und im Osten des Landes umgesetzt würde.“
Konkurrenz aus Slowenien
Für 2029 liegt der ASO auch eine Bewerbung aus Slowenien vor, dem Heimatland des viermaligen Tour-Siegers Tadej Pogacar. Allerdings soll der neue rechtskonservative Regierungschef Janez Janša dem Vorhaben seines Vorgängers Robert Golob mit gedämpftem Engagement gegenüberstehen. Damit könnte Berlin die Nase vorn haben.



