Der gewaltsame Tod des Trierer Studenten Marius (†22) sorgt bundesweit für Entsetzen. Ein 22-jähriger Afghane hatte ihn auf offener Straße ohne erkennbaren Grund mit einem Messer angegriffen. Die Debatte über Messergewalt und innere Sicherheit wird erneut laut. Angehörige früherer Opfer werfen der Politik vor, aus vergleichbaren Fällen nichts gelernt zu haben.
Kyrath: „Niemand handelt“
Michael Kyrath (52), dessen Tochter Ann-Marie (†17) im Januar 2023 in einem Regionalzug nach Brokstedt von einem staatenlosen Asylbewerber getötet wurde, fühlt sich an das Schicksal seiner Tochter erinnert. „So ist es meiner Tochter Ann-Marie und ihrem Freund Danny auch ergangen. Das sind keine Einzelfälle. Es ist immer dasselbe Täterprofil – und am Ende dieselben Floskeln der verantwortlichen Politiker“, sagte Kyrath zu BILD. Sein bitteres Fazit: „Alle sagen: ‚Es ist unfassbar‘, aber niemand handelt. Wir haben Gesetze, die unsere Kinder schützen könnten. Sie müssen endlich konsequent angewendet werden. Der Staat muss die Sicherheit im Land wiederherstellen.“
Messergewalt: 29.243 Angriffe im Jahr
Kyrath steht eigenen Angaben zufolge mit mehr als 450 Elternpaaren in Kontakt, die in den vergangenen zehn Jahren ein Kind durch eine ähnliche Tat verloren haben. Sein Vorwurf: Die Politik reagiere nach jeder Bluttat mit Betroffenheit, grundlegende Konsequenzen blieben jedoch aus. Laut aktueller Kriminalstatistik registrierte das Bundeskriminalamt im vergangenen Jahr 29.243 Messerangriffe. Manuel Ostermann (35), Chef der Bundespolizeigewerkschaft DPolG, sieht dringenden Handlungsbedarf. Es gebe in Deutschland bis zu 80 Messerangriffe pro Tag. „Die meisten werden nur nicht überregional bekannt, weil diese Zustände längst zum Alltag geworden sind“, sagte Ostermann zu BILD. Er fordert: „Wer vollziehbar ausreisepflichtig ist, darf keinen Cent Geld mehr bekommen und sich nicht mehr auf freiem Fuß bewegen. Und wird jemand als psychisch gefährlich bekannt, muss das den Sicherheitsbehörden mitgeteilt werden, damit potenzielle Gefährder eng im Blick behalten werden können.“
Unterstützung aus der Politik
Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsident Gordon Schnieder (51, CDU) zeigte sich betroffen: „Die Tat in Trier ist entsetzlich. Ein junger Student wurde brutal und viel zu früh aus dem Leben gerissen. Sein Tod erschüttert unser ganzes Land.“ Sein Mitgefühl gelte der Familie sowie den Freunden des Opfers. Den Eltern habe er persönliche Unterstützung angeboten. Schnieder: „Gewalt mit Messern zerstört Leben und erschüttert unsere Gesellschaft. Dafür darf es in Deutschland keinen Platz geben.“



