In der Türkei sind bei landesweiten Razzien mehrere Funktionäre von Fußballvereinen festgenommen worden, gegen die Ermittlungen wegen illegalen Sportwetten und Spielmanipulation laufen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, sind unter den 17 Festgenommenen auch Vereinsverantwortliche der bekannten Istanbuler Fußballvereine Galatasaray und Besiktas, deren Aktivitäten zwischen den Jahren 2020 und 2026 untersucht wurden.
Justizminister bestätigt Operationen
Der türkische Justizminister Akin Gürlek schrieb dazu auf X, die zentrale Ermittlungsbehörde für Wirtschaftskriminalität „Masak“ habe die Daten der Wettaktivitäten einiger Vereinsfunktionäre ausgewertet und auf dieser Grundlage die Operationen durchgeführt. „Um die Glaubwürdigkeit des Sports zu wahren, werden die gerichtlichen Verfahren mit größter Sorgfalt durchgeführt“, erklärte Gürlek.
Wettskandal erschüttert türkischen Fußball seit 2024
Der türkische Fußball befindet sich wegen der Vorwürfe illegaler Sportwetten gegen Schiedsrichter, Spieler und Vereinsfunktionäre seit vergangenem Jahr in einer tiefen Krise. Im Oktober 2024 hatte der türkische Fußballverband (TFF) Anschuldigungen bekannt gemacht, laut denen zunächst 152 Unparteiische aktiv Wetten platziert haben sollen.
Anschließend wurde auch gegen Vereine und Spieler ermittelt, das Ausmaß der involvierten Personen weitet sich seither aus. Schiedsrichter und mehr als 1.000 Spieler aus unterschiedlichen Ligen wurden für die Zeit der Ermittlungen gesperrt. Darunter auch von den Erstligisten Galatasaray, Fenerbahçe und Besiktas Istanbul sowie Trabzonspor.
Haftbefehle und Rücktritte im Verband
Im vergangenen Dezember waren gegen 29 Personen Haftbefehle erlassen worden, darunter auch der ehemalige Vize-Präsident von Galatasaray Istanbul, Erden Timur (44), und ein Funktionär des türkischen Fußballverbandes. Im Fußballverband selbst gab es seitdem etliche Rücktritte.



