Der ehemalige kanadische Premierminister Justin Trudeau hat mit seiner Entscheidung, am Freitag nach Los Angeles zu reisen, um dort den Auftritt seiner Partnerin Katy Perry zu verfolgen, einen Sturm der Entrüstung in seiner Heimat ausgelöst. Statt die kanadische Nationalmannschaft in Toronto anzufeuern, die zeitgleich gegen Bosnien-Herzegowina spielte, saß Trudeau im SoFi Stadium in Los Angeles beim Spiel USA gegen Paraguay (4:1).
„Ein Schlag ins Gesicht dieses Landes“
In den sozialen Netzwerken wurde Trudeau heftig kritisiert. Ein X-Nutzer aus Toronto bezeichnete die Entscheidung als „einen Schlag ins Gesicht dieses Landes. Geschmacklos ist noch milde ausgedrückt“. Andere nannten den Ex-Regierungschef „Verräter“ und „Betrüger“. Es gab jedoch auch verständnisvollere Stimmen, die darauf hinwiesen, dass Trudeau als Privatmann unterwegs gewesen sei und man ihn in Ruhe lassen solle.
Trudeaus Rechtfertigung: „Boyfriend-Pflichten“
Am frühen Sonntagmorgen rechtfertigte sich Trudeau auf der Plattform X. Er schrieb: „Manchmal rufen die Pflichten eines unterstützenden Freundes. Aber ihr wisst ja, wem ich den Pokal gönne.“ und fügte ein kanadisches Flaggen-Emoji hinzu. Damit spielte er auf seine Rolle als Partner von Katy Perry an, die für einen Auftritt während des WM-Spiels verpflichtet worden war.
Katy Perrys Auftritt und die Reaktionen
Pop-Superstar Katy Perry eröffnete das erste WM-Spiel in den USA mit ihrem wenig bekannten Song „Wonder“ aus ihrem Album „143“. Neben ihr traten auch Tyla aus Südafrika und die Brasilianerin Anitta auf. Kameras fingen ein, wie Perry nach ihrem Auftritt von der Bühne lief, um Trudeau mit einem Kuss zu begrüßen. Während des gesamten Spiels waren die beiden in Fernsehclips zu sehen, wie sie Bier tranken und knutschten.
Trudeaus politische Vergangenheit und Perrys Haltung
Trudeau war während seiner Amtszeit immer wieder mit US-Präsident Donald Trump aneinandergeraten. Im Zollstreit zwischen den USA und Kanada hatte Trump Trudeau als „Gouverneur“ bezeichnet und damit auf eine mögliche Annexion Kanadas angespielt. Katy Perry hingegen hatte sich in der Vergangenheit klar gegen Trumps Einwanderungspolitik positioniert. Nach dem Tod von Alex Pretti rief sie auf Instagram dazu auf, „Wut in Taten zu verwandeln“.
Die Beziehung zwischen Trudeau und Perry
Trudeau und Perry werden seit Juli 2025 miteinander in Verbindung gebracht. Im Dezember machten sie ihre Beziehung mit einem Instagram-Post offiziell. Trudeau war 18 Jahre lang mit Sophie Grégoire verheiratet, die Trennung wurde 2023 bekannt gegeben. Das Paar hat drei Kinder. Perry war von 2010 bis 2012 mit dem Komiker Russell Brand verheiratet.



