US-Präsident Donald Trump hat Frankreich erneut mit drastischen Zöllen gedroht. Im Zentrum des Streits steht die französische Digitalsteuer, die amerikanische Technologiekonzerne belastet. Trump kündigte an, im Falle einer Nichtabschaffung dieser Steuer 100-Prozent-Zölle auf französischen Wein und Champagner zu erheben.
Trumps Ultimatum an Macron
In einem Interview mit der „New York Post“ erklärte Trump, er habe dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron direkt mitgeteilt, dass die USA „keine andere Wahl“ hätten, als die Zölle zu verhängen. „Falls sie es doch tun, habe ich keine Wahl, als einen 100-Prozent-Zoll auf alle Champagner und alle Weine aus Frankreich zu erheben“, sagte Trump. Er forderte Macron auf, die Drei-Prozent-Steuer zurückzunehmen, um Sanktionen auf dem amerikanischen Markt zu vermeiden. „Alles, was (Macron) tun muss, ist, die Umsatzsteuer abzuschaffen, dann stünde er nicht unter diesem Druck.“
Hintergrund des Handelsstreits
Frankreich erhebt seit 2019 eine Abgabe von drei Prozent auf Erlöse aus digitalen Dienstleistungen, die in Frankreich von Unternehmen erzielt werden, die dort mehr als 25 Millionen Euro und weltweit 750 Millionen Euro umsetzen. Diese Steuer betrifft vor allem große US-Technologiekonzerne wie Google, Apple und Facebook. Die USA sehen darin eine unfaire Benachteiligung ihrer Unternehmen.
Bedeutung des Weinhandels
Alkohol gehört zu den wichtigsten Exportgütern der EU in die USA. Laut Eurostat-Daten belief sich der Wert im Jahr 2024 auf rund neun Milliarden Euro. Besonders betroffen wären Produkte wie Rémy Martin Cognac und Champagner, die an spezifische Regionen in Europa gebunden sind. Ein 100-Prozent-Zoll würde diese Produkte auf dem US-Markt nahezu unverkäuflich machen.
Reaktionen aus Paris und Washington
Das Weiße Haus und Vertreter des Élysée-Palastes reagierten zunächst nicht auf Anfragen für eine Stellungnahme. Es bleibt abzuwarten, ob Macron auf Trumps Forderung eingehen wird. Der französische Präsident hat die Digitalsteuer wiederholt als notwendig verteidigt, um eine gerechte Besteuerung digitaler Konzerne zu gewährleisten.
Trump hat in der Vergangenheit mehrfach mit Zöllen gegen die EU gedroht. Bereits im Mai kündigte er 30-Prozent-Zölle auf EU-Waren an. Der neue Vorstoß gegen Frankreich ist Teil einer Reihe von Handelskonflikten, die die transatlantischen Beziehungen belasten.



