Trump erwog Fortsetzung des Iran-Kriegs: WSJ-Bericht über Gespräche mit Hegseth
Trump erwog Fortsetzung des Iran-Kriegs: WSJ-Bericht

US-Präsident Donald Trump hat in den vergangenen Tagen nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ (WSJ) erwogen, den Iran-Krieg wieder fortzusetzen. Er führte demnach mehrere Gespräche mit Verteidigungsminister Pete Hegseth und dem Chef des Generalstabs, General Dan Cain, um weitere Schläge gegen Iran zu besprechen. Dabei ging es auch um die Frage, ob die USA die Verhandlungen abbrechen und wieder umfassende Angriffe starten sollten. Letztlich habe Trump sich jedoch dagegen entschieden, aus Sorge, damit seine Chancen zu verringern, das iranische Atomprogramm zu stoppen. Laut WSJ sagte Trump, er sei zufrieden, einzelne Schläge zu befehligen, falls Iran das Rahmenabkommen verletze.

Kein direktes US-Iran-Treffen in Doha trotz Anreise von US-Vertretern

Nach der jüngsten militärischen Eskalation in der Straße von Hormus gibt es trotz einer Reise von US-Vertretern nach Katar vorerst keine neuen Gespräche mit dem Iran. Der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, und der US-Sondergesandte Steve Witkoff reisten nach Doha, wie ein Sprecher des katarischen Außenministeriums mitteilte. Geplant seien aber nur Treffen mit Vermittlern, hochrangige iranische Vertreter würden in Doha derzeit nicht erwartet. Nach Angaben eines hochrangigen US-Beamten treffen sich Kushner und Witkoff zunächst mit Katars Ministerpräsidenten Mohammed bin Abdulrahman Al Thani sowie weiteren Vermittlern, um den „regionalen Dialog“ zum Rahmenabkommen fortzusetzen. Am Mittwoch werden die Delegationen der USA und des Iran getrennt voneinander an technischen Gesprächen mit Vermittlern aus Katar und Pakistan teilnehmen.

US-Präsident Donald Trump hatte für Dienstag den Beginn neuer Verhandlungen angekündigt. Der Iran habe um das Treffen gebeten, schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Es findet morgen in Doha statt“, fügte er hinzu. Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi hatte zuvor im iranischen Staatsfernsehen gesagt, in dieser Woche sei kein Treffen der Arbeitsgruppen geplant.

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US-Bürger in Israel wegen Spionage für Iran festgenommen

Die israelische Polizei hat einen 20 Jahre alten US-Bürger wegen des Verdachts auf Spionage für den iranischen Geheimdienst festgenommen. Wie israelische Zeitungen unter Berufung auf die Polizei mitteilten, hat der Mann aus dem Großraum Jerusalem „sensible Orte“ in Israel fotografiert und gefilmt. Er soll dafür pro Auftrag bis zu Hunderte Dollar erhalten haben. Der Mann soll jetzt wegen Kontaktaufnahme zu einem ausländischen Agenten und Gefährdung der nationalen Sicherheit Israels angeklagt werden. Die Polizei teilte weiter mit, dass der Mann bereits am 9. Juni in Zusammenarbeit mit dem israelischen Inlandsgeheimdienst Shin Bet nach Hinweisen internationaler Sicherheitsdienste in Gewahrsam genommen wurde. Welche ausländischen Geheimdienste dabei mitwirkten, wurde nicht genannt.

Israels Botschafter Prosor: Europa muss libanesischer Regierung helfen

Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, fordert die Europäer auf, im Kampf gegen die mit dem Iran verbündete Hisbollah-Miliz an der Seite der libanesischen Regierung zu stehen. „Die Europäer müssen die libanesische Regierung jetzt mit aller Kraft unterstützen, sich gegen die Hisbollah durchzusetzen und damit den Würgegriff des Iran zu beenden“, sagte Prosor der Nachrichtenagentur Reuters. „Es geht um nichts Geringeres als die historische Chance auf Frieden in der Region.“ Erstmals seien die Interessen des Libanon und Israels „offiziell vollständig deckungsgleich“, betonte Prosor. „Für beide Länder ist die Entwaffnung der Hisbollah entscheidend.“ Mit Blick auf die Miliz betonte er: „Die Terroristen stehen mit dem Rücken zur Wand, der Druck auf sie darf nicht nachlassen.“

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Staatsmedien: Zwei Mitglieder der Revolutionsgarden im Westen des Iran getötet

Im Iran sind im Grenzgebiet zu den irakischen Kurdengebieten nach Angaben von Staatsmedien zwei Mitglieder der Revolutionsgarden erschossen worden. Die beiden Mitglieder der Elitetruppe seien in der westiranischen Stadt Paweh in ihrem Haus getötet worden, berichteten iranische Staatsmedien am Dienstag. Zwei weitere Mitglieder der Revolutionsgarden wurden demnach verletzt. Das Staatsfernsehen sprach von einem „terroristischen und feigen Akt“. Zu den Tätern wurden zunächst keine näheren Angaben gemacht. Die „genauen Umstände des Vorfalls“ sowie Maßnahmen zur Identifizierung der Verantwortlichen würden von den zuständigen Behörden geprüft, berichtete das Staatsfernsehen weiter. Teheran macht für Gewalt in der Grenzregion regelmäßig kurdische Separatistengruppen verantwortlich. Die iranische Führung wirft ihnen Verbindungen zu den USA und Israel vor.

Unabhängig davon berichtete das Staatsfernsehen von einem weiteren tödlichen Angriff im Südosten des Landes. In der Stadt Sarawan in der Provinz Sistan-Balutschistan sei am Montag das Auto einer Familie beschossen worden. Der Vater sei dabei getötet worden, die Mutter sei später ihren Verletzungen erlegen. Die Behörden nannten zunächst keine Verantwortlichen und machten keine weiteren Angaben zu den Opfern. Das Staatsfernsehen erklärte, der Angriff sei von „zionistisch-amerikanischen Söldnern“ ausgeführt worden. Sistan-Balutschistan grenzt an Pakistan und Afghanistan. In der armen Provinz kommt es seit langem zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften, Aufständischen und Drogenschmugglern. Die dort lebende Minderheit der Balutschen ist mehrheitlich sunnitisch-muslimisch, während der Rest des Iran vom schiitischen Islam geprägt ist.

Wadephul pocht auf freie Schiffspassage durch Straße von Hormus

Nach dem Treffen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio hat Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) auf eine freie Schiffspassage durch die Straße von Hormus gepocht. „Jetzt kommt es darauf an, eine tragfähige Lösung zur sicheren, freien Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu erreichen“, schrieb Wadephul am Dienstag im Onlinedienst X mit Blick auf die laufenden Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung zwischen den USA und dem Iran. Auch die Frage des iranischen Atomprogramms müsse gelöst werden, schrieb Wadephul. Von dem Programm dürfe „keine Gefahr mehr ausgehen“. Die nun laufenden Verhandlungen seien „ein wichtiger Schritt“ und eröffneten „eine Chance für Diplomatie in einer weiter fragilen Lage“. Laut US-Präsident Donald Trump werden die Verhandlungen mit dem Iran am Dienstag in Katar fortgesetzt. Teheran habe um das Treffen gebeten, schrieb Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. „Es findet morgen in Doha statt“, fügte er hinzu. Dem Sender CNN zufolge ist Trumps Sonderberater Steve Witkoff auf dem Weg nach Katar. Der Iran hatte zuvor bestritten, dass neue Gespräche geplant seien.

Importpreise wegen Iran-Krieg mit stärkstem Anstieg seit Ende 2022

Teure Energie infolge des Iran-Kriegs hat die deutschen Importpreise im Mai so stark steigen lassen wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Sie legten um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit Dezember 2022, als es wegen der Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sogar ein Plus von 9,6 Prozent gegeben hatte. Auch diesmal steckt ein sprunghafter Anstieg der Energiepreise dahinter: Diese legten um 37,2 Prozent zu. Das war der stärkste Anstieg seit Oktober 2022, als es nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine zu Engpässen und in der Folge zu Preisanstiegen kam. Da die deutsche Wirtschaft viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht, wirken sich die Einfuhrpreise früher oder später auch auf die allgemeine Inflation aus. Im April stiegen die Verbraucherpreise um 2,9 Prozent zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit gut zwei Jahren nicht mehr, ehe die Bundesregierung einen Tankrabatt einführte. Dieser sorgte dafür, dass die Teuerungsrate im Mai auf 2,6 Prozent sank. Im Juni dürfte dieser Wert ebenfalls erreicht werden. Importierte Mineralölerzeugnisse wie Kerosin und Benzin verteuerten sich im Mai mit 57,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat besonders stark. Erdöl kostete sogar 59,3 Prozent mehr. Steinkohle (+12,7 Prozent) und Erdgas (+10,4 Prozent) verteuerten sich ebenfalls deutlich. Auch die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen mit einem Plus von 31,4 Prozent deutlich über denen von Mai 2025. Der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die Weltmarktpreise für Öl und Gas in die Höhe getrieben.

Israelischer Iran-Experte hält Friedensvereinbarung für „unrealistisch“

Die Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA sind aus Sicht des israelischen Iran-Experten Beni Sabti „früher oder später“ zum Scheitern verurteilt. Selbst die im Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran festgelegten 60 Tage für die Ausarbeitung eines endgültigen Abkommens würden „nicht ohne einen sehr schweren Konflikt vergehen“, sagte der Politikwissenschaftler von der israelischen Denkfabrik Institute for National Security Strategy im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Dies zeigten die jüngsten Angriffe auf Öltanker in der Straße von Hormus und auf umliegende Golfstaaten. Nach dem Rahmenabkommen mit den USA und den darin enthaltenen Zugeständnissen von US-Präsident Donald Trump teste das iranische „Regime, wie weit es gehen kann“, sagte Sabti, der 1972 im Iran geboren wurde und das Land 1987 mit seiner Familie in Richtung Israel verließ. „Solange Amerika das mitmacht, werden sie immer dreister“, fügte er mit Blick auf die Führung in Teheran hinzu. In Teheran hätten „die Radikalen und Ultraradikalen das Sagen“, warnte Sabti. Dazu gehöre neben den Generälen der Revolutionsgarden auch der neue oberste Führer Modschtaba Chamenei. „Sie sind noch gieriger, sie diktieren die Punkte: Wenn man ihnen etwas gibt, wollen sie mehr. Aber wenn man über Frieden spricht, stehen sie unter Druck.“ Daher halte er eine wirkliche Friedensvereinbarung mit Teheran derzeit für „unrealistisch“. Für die USA sei eine neue militärische Konfrontation mit dem Iran allerdings eher „ungünstig“. Der Experte verwies unter anderem auf die Fußball-WM und die Feiern zum 250. Unabhängigkeitstag rund um den 4. Juli.