Trump kündigt Iran-Verhandlungen in Doha an – Teheran dementiert
Trump: Iran-Gespräche in Doha – Teheran dementiert

US-Präsident Donald Trump hat für Dienstag den Beginn neuer Verhandlungen mit dem Iran in der katarischen Hauptstadt Doha angekündigt. Der Iran habe um das Treffen gebeten, schrieb Trump am Montag auf seinem Onlinedienst Truth Social. „Es findet morgen in Doha statt“, fügte er hinzu. Zuvor hatte Irans Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi im Staatsfernsehen erklärt, in dieser Woche sei kein Treffen der Arbeitsgruppen geplant. Er dementierte damit Berichte von US-Medien, wonach die Gespräche am Dienstag in Doha wieder aufgenommen werden sollten.

Hintergrund der Eskalation um die Straße von Hormus

Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund neuer gegenseitiger Angriffe zwischen den USA und dem Iran. Ein US-Regierungsvertreter hatte am Sonntag mitgeteilt, Washington und Teheran hätten einen Stopp der Kämpfe vereinbart. Beide Seiten würden sich „vorerst zurückhalten“ und die Schiffe in der Straße von Hormus könnten sich wieder frei bewegen. „Technische Gespräche sollen in allen Bereichen des Memorandum of Understanding fortgesetzt werden“, fügte er mit Blick auf das Rahmenabkommen hinzu. Einen Termin und den Ort nannte er zunächst nicht.

Das fragile Rahmenabkommen, das am 17. Juni unterzeichnet wurde, sieht eine 14-Punkte-Absichtserklärung zur Beendigung des viermonatigen Konflikts vor. Doch die unterschiedlichen Auslegungen der Bestimmungen zur Straße von Hormus haben zu neuen Spannungen geführt. Der Iran beansprucht die alleinige Kontrolle über die Meerenge. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte: „Die Straße von Hormus wird innerhalb der kommenden 30 Tage wieder vollständig unter die Verwaltung des Iran gestellt.“ Jegliche Einmischung oder der Versuch, parallele Strukturen zu schaffen, würde die Lage weiter verkomplizieren.

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Iranischer Klerus fordert Abbruch der Gespräche

Der einflussreiche iranische Klerus drängt nach den jüngsten US-Angriffen auf einen Abbruch der Verhandlungen. In einer Erklärung der theologischen Zentren in der Pilgerstadt Ghom wurden Präsident Massud Peseschkian, die Mitglieder des Sicherheitsrats sowie das Verhandlungsteam aufgefordert, bei einem erneuten Vertragsbruch die Gespräche unverzüglich zu beenden. Dies müsse sowohl aus gesetzlichen als auch aus religiösen Erwägungen geschehen, da ein Vertragsbruch eine Missachtung der im Rahmenabkommen festgelegten Bestimmungen darstelle, hieß es in der Erklärung, die über den Staatssender Irib verlesen wurde.

Die theologischen Zentren in Ghom werden von einflussreichen Klerikern geführt. Sie gelten seit der Revolution von 1979 als Initiatoren der islamischen Ideologie des Landes und besitzen entsprechend großen Einfluss im politischen System. Auch Medien, die den iranischen Revolutionsgarden nahestehen, halten weitere Verhandlungen mit den USA für nicht mehr tragbar. Ihren Angaben zufolge wurde durch die US-Angriffe bereits gegen den ersten und zentralen Punkt des Rahmenabkommens – das Ende der Kampfhandlungen an allen Fronten – verstoßen.

Freigabe eingefrorener iranischer Gelder

Trotz der Spannungen gibt es auch Fortschritte: Nach einer Einigung mit den USA zur Aufhebung von Sanktionen im Öl- und Petrochemiesektor werden nach Angaben aus Teheran sechs Milliarden von insgesamt zwölf Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Geldern aus Katar freigegeben. Dies erklärte Präsident Peseschkian staatlichen Medien zufolge. Die Freigabe ist Teil des Rahmenabkommens, das den Weg für eine Beilegung des Konflikts ebnen soll.

Insidern zufolge haben Vermittler Kommunikationskanäle zwischen den USA und dem Iran eingerichtet, um mögliche Zwischenfälle und eine erneute Eskalation zu verhindern. Neben Katar vermittelt auch Pakistan in dem Konflikt. Ein Insider sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Vertreter beider Länder wollen in den kommenden Tagen in Doha die Beratungen über die Umsetzung der Rahmenvereinbarung fortsetzen.“

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Angriffe und Gegenangriffe trotz Waffenruhe

Die USA und der Iran haben ihre gegenseitigen Angriffe fortgesetzt und sich gegenseitig den Bruch des vorläufigen Waffenstillstands vorgeworfen. Nach US-Luftangriffen auf Überwachungsanlagen an der iranischen Südküste feuerten die iranischen Revolutionsgarden am Sonntag Raketen und Drohnen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain. Einem US-Vertreter zufolge gab es zunächst keine Berichte über Opfer oder größere Schäden an den Einrichtungen. Das iranische Außenministerium erklärte, die US-Angriffe verletzten das vorläufige Abkommen.

Das US-Zentralkommando teilte mit, die eigenen Angriffe seien eine direkte Reaktion auf die anhaltende iranische Aggression gegen die Handelsschifffahrt. Kuwait verurteilte einen neuen iranischen Angriff auf sein Staatsgebiet scharf. Das Außenministerium des Golfstaats erklärte, es verurteile „aufs Schärfste die erneute abscheuliche Aggression des Iran gegen den Staat Kuwait“. Diese habe sich „zuletzt heute im Morgengrauen“ ereignet und stelle „einen eklatanten Verstoß“ gegen Kuwaits Souveränität dar.

Israelische Angriffe in Gaza und Südlibanon

Bei einem israelischen Drohnenangriff im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben drei Menschen getötet worden, darunter ein achtjähriger Junge. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete, weitere Menschen seien verletzt worden. Eine israelische Militärsprecherin bestätigte den Angriff, der auf ein Mitglied der palästinensischen Terrororganisation Islamischer Dschihad abgezielt habe. Man prüfe noch die Folgen. Offiziell gilt seit Oktober 2025 eine Waffenruhe im Gazastreifen, dennoch kommt es immer wieder zu Angriffen. Seit Beginn der Waffenruhe sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde mehr als 1000 Menschen getötet worden.

Im Südlibanon hat die israelische Armee nach offiziellen Angaben einen weitreichenden unterirdischen Tunnel der Hisbollah-Miliz zerstört. In einer gemeinsamen Mitteilung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz war von einem mehr als 200 Meter langen und über 25 Meter tiefen Tunnel die Rede. Dort sollen Hunderte Waffen gelagert gewesen sein. Die USA seien im Vorfeld über die Zerstörungsaktion informiert worden. Libanesische Anwohner berichteten, während der massiven Explosion habe die Erde gebebt.

Iranische Cyberangriffe auf Israel massiv gestiegen

Israels Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben eine drastische Zunahme iranischer Cyberangriffe verzeichnet. Der Generaldirektor des Nationalen Cyberabwehrzentrums, Yossi Karadi, sagte der „Welt“: „Während der Operation ‚Rising Lion‘ im Juni 2025 gingen bei den 119 Einsatzzentren unseres Cyberabwehr-Zentrums etwa 1600 Meldungen über Cybervorfälle ein. Während der Operation ‚Roaring Lion‘ im Juni 2026 stieg diese Zahl auf rund 4800 Meldungen.“ Anders als im kinetischen Bereich gebe es im Cyberraum keinen Waffenstillstand. Am Tag der Unterzeichnung des Waffenstillstands im Juni 2025 sei die Zahl der Cyberangriffe gegen Israel verdoppelt worden.

Bis zum vergangenen Jahr hätten iranische Cyberangriffsgruppen unabhängig voneinander gehandelt. Nach Israels Angriff auf das Atomprogramm im Juni 2025 hätten sie auf Befehl der iranischen Führung begonnen, sich zu koordinieren. „Einige Gruppen sind sehr gut. Wir kommen mit ihnen zurecht, aber wir müssen sie ernst nehmen“, sagte Karadi. Bislang sei es gelungen, Angriffe auf die kritische Infrastruktur abzuwehren.